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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Zurück zu den Ursprüngen - Kunsthalle Baden-Baden zeigt Malewitsch PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 23. Oktober 2008 um 21:56 Uhr

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Schwarze Quadrat, Baden-Baden

Den Einfluss des russischen Malers Kasimir Malewitsch (1878/79-1935) auf die frühe Moderne beleuchtet von diesem Samstag an (25. Oktober) eine Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens kehrt sie mit der Schau «Von der Fläche zum Raum. Malewitsch und die frühe Moderne» zu den Ursprüngen zurück. Denn mit der Großen Landesausstellung will sie zugleich ihren internationalen Anspruch bei der Vermittlung moderner und zeitgenössischer Kunst unterstreichen, sagte Leiterin Karola Kraus am Mittwoch.

 

«Ich war am Anfang aller Anfänge», schrieb Malewitsch 1918 - die Baden-Badener Schau unterlegt diese wenig bescheidene Selbsteinschätzung anhand früher Werke von Malewitsch sowie von Zeitgenossen wie Wassily Kandinsky, Alexander Rodtschenko, Wladimir Tatlin, Iwan Kljun, Gustav Kluzis, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Kurt Schwitters und Nikolai Suetin. Bis zum 25. Januar sind dabei mehr als 40 Gemälde, zahlreiche Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Revolutionskeramiken der russischen Avantgarde zu sehen.

 

Geometrische Flächen mit der tiefenräumlichen Wirkung der reinen Farbe kennzeichnen den von Malewitsch begründeten Suprematismus, der während der gesellschaftlichen Umwälzungen im Russland der Jahre 1905 bis 1920 entstand. Diese erste konsequent gegenstandslose Kunstrichtung gilt bis heute als wegweisend für die abstrakte Kunst.

 

Ausgehend vom «Schwarzen Quadrat» - in Baden-Baden ist eine 80x80 Zentimeter große neuere Fassung aus dem Jahr 1929 zu sehen - werden im großen Saal frühe Versuche zur Eroberung des Raumes präsentiert. Einem Kleinod wie den «Vier Quadraten» von Malewitsch aus dem Jahr 1915 werden die «Sphärische Komposition» von Rodtschenko und das in den Raum greifende «Konterrelief» Tatlins gegenübergestellt. Bilder von Schülern und Zeitgenossen, die in Anlehnung an die futuristische Ausstellung «0,10» gehängt sind, weisen im nächsten Raum auf spätere Kunstrichtungen wie Farbfeldmalerei, Konzeptkunst oder Minimal Art.

 

Das Hintergründige steckt im Detail. Nicht nur, dass das berühmte Quadrat von Malewitsch nicht wirklich quadratisch ist. Auch das Geschirr aus der Revolutionszeit hält nicht unbedingt, was es verspricht: So entpuppt sich eine Tasse beim näheren Hinsehen nur als eine Hälfte, im großbürgerlich anmutenden Teller mit goldener Verzierung blitzen Hammer und Sichel hervor. Und beim Schachspiel kontrastieren schwarze geknechtete Landwirte mit roten siegreichen Arbeiter-Bauern.

 

Ein Highlight ist der nach Skizzen originalgetreu, eigens für die Baden-Badener Schau wieder aufgebaute «Arbeiterclub» (1925) des Malewitsch-Widersachers Rodtschenko. In der begehbaren Installation können Besucher deutsche und russische Zeitungen lesen oder Schach spielen. Rekonstruktionen von Rauminstallationen von El Lissitzky («Prounenraum») und des Dada-Künstlers Kurt Schwitters («MERZbau») dokumentieren dann den Übergang von der Fläche in den Raum bis zum zuwachsenden Atelier als Gesamtkunstwerk.

 

Teile der Ausstellung mit Leihgaben von russischen Museen und Privatsammlungen entstanden in Kooperation mit dem Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz, wo im Sommer eine Malewitsch-Schau gezeigt wurde. Im Gegensatz zu den Liechtensteinern hat sich die Baden- Badener Kunsthalle aber ganz auf abstrakte Werke konzentriert. «Die Präsentation entspricht unserem Konzept, zeitgenössische Tendenzen der Kunst mit ihren großen Vorbildern in Verbindung zu bringen», erklärt Kraus.

 

Schließlich gilt das Baden-Badener Museum, das auf keine eigene Sammlung zurückgreifen kann, als eines der traditionsreichsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst. Ob Georg Baselitz, Bruce Nauman oder Ellsworth Kelly - Künstler, die später berühmt wurden, hatten in dem 1907-1909 erbauten Gebäude ihre ersten großen Museumsausstellungen.

 

(Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: 248 Seiten, 28 Euro/Buchhandel 32 Euro; Öffnung: täglich außer montags 11.00 - 18.00 Uhr, mittwochs 11.00 -20.00 Uhr; Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro)

 



Tags: mso  baden  malewitsch  style  font  abstrakte kunst  
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