| Romy, Marilyn, Dora Maar: «Weinende Frauen» von Marlene Dumas |
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| Sonntag, 26. Oktober 2008 um 10:35 Uhr | ||
Marlene Dumas«Blau» ist das Bild, auf dem die Schauspielerin mit dem Ruf der Sex-Bombe rücklings hingestreckt nackt da liegt. Vorlage für die «Traurige Marilyn», die von Samstag an im Düsseldorfer museum kunst palast ausgestellt ist, war eine Szene aus einem US-Erotik-Film, für den die Monroe Mitte der 1940er Jahre erstmals unbekleidet vor der Kamera posiert hatte.
«Blue Marilyn» ist eines von zehn neuen Bildern der prominenten Künstlerin, mit denen sie als Trägerin des Kunstpreises der Stadt Düsseldorf bis zum 15. Februar 2009 am Rhein präsentiert wird. «Magnetic Fields» heißt die Museums-Schau, in der es um weinende Frauen geht - um Kummer, Leid, Schmerz, Verlust und Traurigkeit.
Es seien nicht die eigenen Tränen gewesen, die den Ausschlag zur Serie gegeben hätten, berichtet Dumas, die mit ihren ebenso schonungslosen wie zärtlichen Bildern vom Menschen und seiner Verletzlichkeit zu den engagiertesten Gegenwartskünstlern zählt. Delikat in ihrer Ausgewogenheit zwischen realistischer Menschen- Schilderung und gelungener Abstraktion sind ihre zumeist als Ölgemälde entstandenen aktuellen Porträts. Hierbei sehe sie Körper gern als «Landschaften», sagte die Künstlerin der Deutschen Presse- Agentur dpa.
Innerhalb kürzester Zeit entstanden, seien ihre jüngsten Bilder eine Kombination: Aus dem Tod ihrer Mutter und dem langgehegten Wunsch, weinende Frauen in der zeitgenössischen Malerei neu zum Thema zu machen, ohne dabei kitschig zu werden.
Die besten Bilder weinender Frauen habe Picasso gemalt, meint Dumas, die Mitte der 70er Jahre ihre südafrikanische Geburtsstadt Kapstadt verlassen hatte, um in die Niederlande zu gehen. Picassos kubistisch zersplitterte, weinende «Dora Maar» sei kein Bild mit tränenreichem Pathos, sondern eines, das auch ein Heulen vor Wut zeige. «Dora Maar (die Frau, die Picasso weinen sah)» heißt Dumas' Bild von der «Muse» des Spaniers, in dem es auch um die Ungeschütztheit hemmungslosen Weinens geht.
Zu sehen ist dies auch bei der «Traurigen Romy»: Das eindringliche Bild zeigt das verheulte Antlitz der Schauspielerin mit einem unsagbar traurig nach innen gerichteten Blick. Dumas' Interesse: Für das, was Menschen mitgemacht haben, malerische Form und Ausdruck zu finden. Dem Tränenfluss entsprechend malt die Südafrikanerin «wasserreich»: Schlieren und Tropfen übersäen das Bild, das Romys Gesichtszüge zerfließen lässt - von den schwarz umrandeten Augen unter der aufgelösten Wimperntusche bis zum verschmierten Lippenstift.
(Internet: www.museum-kunst-palast.de) |
























































