| Pariser Kunstmesse FIAC von der weltweiten Finanzkrise verschont |
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| Montag, 27. Oktober 2008 um 06:46 Uhr | ||
FIAC, Paris, FinanzkriseDie Stände der Galerien wurden zwar nicht gestürmt, dennoch trat der befürchtete Einbruch, den die Londoner Kunstmesse Frieze vor knapp zwei Wochen erlebte, nicht ein. Denn Paris hatte vorgebeugt: Statt auf Neues und Spektakuläres setzte man vor allem auf sichere Werte und Qualität. «Frankreich folgt weniger stark den Markttendenzen als andere Kunstmärkte. Das verleiht Paris vor dem jetzigen wirtschaftlichen Hintergrund eher eine interessante Position», erklärte Martin Bethenod, der Chef der am Sonntag zu Ende gegangenen viertägigen Kunstmesse.
Die Internationale Messe für Zeitgenössische Kunst (FIAC) in Paris ist die wichtigste Messe dieser Art in Frankreich, hat jedoch noch nie mit der Londoner Frieze oder der Art Basel konkurriert, Trendsetter und Stimmungsbarometer der Branche. So hat sie sich noch nie mit den teuersten Gegenwartskünstlern geschmückt und mit Spektakulärem, sondern stets auf alt Bewährtes gesetzt.
Angesichts der weltweiten Finanzkrise und der eher enttäuschenden Ergebnisse der Londoner Frieze und Herbstauktionen - Werke von Lucian Freud und Gerhard Richter erzielten statt Rekordpreise Werte, die weit unter ihrem Schätzwert lagen - hat die Pariser Messeleitung das Programm der Teilnehmer verstärkt auf künstlerische Qualität geprüft. Das Ergebnis war eine FIAC, die so international und auserlesen war wie noch nie und deren Motto lautete: Qualität und kalkuliertes Risiko.
Und so kamen erstmals 60 Prozent der Galerien aus dem Ausland, vor allem Amerika und Deutschland. Für viele von ihnen hat sich die Anreise gelohnt. Die 1977 gegründete Marian Goodman Gallery verkaufte gleich zu Beginn für 220 000 Euro ein Diptychon (zweiteiliges Werk) des Italieners Giuseppe Penone. Die Werke der israelischen Künstlerin Sigalit Landau verkauften sich im Handumdrehen zwischen 8 000 und 12 000 Euro. Und die falsche Mumie des Koreaners Jeon Joonho fand für 50 000 Euro einen Abnehmer.
Aber auch Werke, bei denen der Kunstliebhaber tiefer in die Tasche greifen muss, fanden starken Anklang, so die «Drei Grazien» von Louise Bourgeois aus dem Jahr 1947, die für 1,5 Millionen Euro zu verkaufen waren. In derselben Kategorie stand auf dem Stand der Galerie Van de Weghe aus New York eine blaue Leinwand mit Schmetterlingen von Damien Hirst zum Verkauf: Preis: 1,2 Millionen Dollar.
Paris zeigte sich nach anfänglichen Bedenken und Ängsten erleichtert. Das Kalkül der Messeleitung ging auf: «Die Sammler achten mehr auf Qualität, kaufen überlegter», meinte der FIAC-Chef. «Was jetzt passiert, ist gut. Der Markt wird wieder zurecht gerückt. Die Preise entsprechen der Wirklichkeit», sagte die Galeristen Chantal Crousel. Sie macht sich damit zum Sprecher der meisten der 180 Galerien, die der Meinung sind, dass Qualität immer einen Käufer findet - egal auf welchem Markt. |
























































