| Kultureinrichtungen spüren noch keine Zurückhaltung von Sponsoren |
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| Montag, 27. Oktober 2008 um 06:52 Uhr | ||
Kultursponsoring, FinanzkriseVerständlich, dass Museen und Theater um ihre Sponsoren aus der Wirtschaft bangen. Doch derzeit gibt es noch keine Probleme mit dem Kultursponsoring im Südwesten, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Doch dies muss nicht so bleiben. Peter Stieber etwa, Geschäftsführer der SCHWETZINGER Festspiele, sagt: «Wir haben noch keine konkreten Absagen, aber ich spüre ein gewisses Zögern. Insbesondere bei Banken und Versicherungen.» Immerhin gilt ja eine Bank, nämlich die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), als einer der wichtigsten Kultursponsoren im Lande.
Skeptisch zeigt sich auch der Leiter der Städtischen Museen in KONSTANZ, Tobias Engelsing. Er fürchtet, dass angesichts der finanziellen und wirtschaftlichen Turbulenzen «die Kunstkasse der regionalen Unternehmen kleiner wird». Bei seinen anstehenden Gesprächen mit den Sponsoren für das Programm 2009 erwarte er «Zurückhaltung». Nach seinen Erfahrungen «beschränkt sich das Sponsoring in Krisenzeiten meist auf den Jugend- und Sozialbereich», die «Schönen Künste» gerieten ins Hintertreffen.
Aber: «Die Krise zeigt, wie segensreich das europäische Prinzip der öffentlichen Trägerschaft von Kultureinrichtungen ist», sagt Engelsing. Dies macht auch die Staatsgalerie STUTTGART deutlich, die betont, dass der Anteil privater Zuschüsse unter zehn Prozent liege. Zudem habe das Museum bereits Zusagen von Firmen für Ausstellungen im kommenden Jahr, sagt eine Sprecherin. Die derzeit laufende Matisse- Ausstellung wird von der LBBW gefördert.
Auch das Kunstmuseum der Landeshauptstadt sieht keinen Grund zur Besorgnis: «Wir wissen natürlich noch nicht, ob sich auf lange Sicht Sponsoren zurückziehen», sagt eine Sprecherin. Derzeit seien keine Auswirkungen zu spüren. Der Anteil von Sponsorengeldern am Ausstellungsetat betrage nur rund fünf Prozent. Bei den LUDWIGSBURGER Schlossfestspielen heißt es: «Dadurch, dass die Banken, die uns unterstützen, Genossenschaftsbanken sind, ist deren Beitrag auch für 2009 gesichert.»
Über eine Genossenschaftsbank als Sponsor freut sich auch das Stadttheater KONSTANZ (Sparda-Bank). Mit der Bank bestehe ein Förder- Rahmenvertrag, der jede Spielzeit aktualisiert werde. Daneben hat das Stadttheater Abmachungen mit Geldgebern aus mittleren und kleinen Unternehmen der Region, die sich jeweils auf eine Spielzeit beziehen. Dazu gehört der größte Konstanzer Autohändler, sagt eine Sprecherin. Wünsche nach Kürzungen seien von diesen Sponsoren bisher nicht an das Theater herangetragen worden.
Das Badische Landesmuseum in KARLSRUHE hat ebenfalls bislang keine Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren bekommen. «Es könnte aber durchaus sein, dass sich wegen der Schwankungen auf dem Finanzmarkt einige Sponsoren überlegen, ob sie ihr bisheriges Sponsoring reduzieren», sagt Museumssprecherin Ursula Richardt. Viele Ausstellungen des Hauses werden von der LBBW gefördert.
Auch das größte Opernhaus Deutschlands, das Festspielhaus in BADEN- BADEN, macht sich wegen der Finanzkrise derzeit keine Sorgen. «Wir sind zufrieden, es geht uns gut», sagt Geschäftsführer Michael Drautz. Es gebe sogar Sponsoren, die ihre Mittel in letzter Zeit beträchtlich aufgestockt hätten. Das Festspielhaus finanziert sich nach eigenen Angaben zu einem Drittel aus privaten Spenden und Sponsoren, zwei Drittel werden durch den Verkauf der Tickets eingenommen.
«Langfristig» sehen die Städtischen Museen HEILBRONN Probleme für Ankäufe neuer Kunstwerke, sollten bei Stiftungen Kapital- Ausschüttungen geringer ausfallen als bisher. Wie der Direktor der Museen, Marc Gundel, weiter sagt, belaufen sich die Sponsorengelder, darunter auch von Geldinstituten, aktuell auf rund zehn Prozent. Die Reiss-Engelhorn-Museen in MANNHEIM zeigen sich darüber erleichtert, dass Hauptsponsor LBBW erst vor kurzem seine Zusagen wiederholt hat für die Sonderausstellung «Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel» (3.10.2009 bis 21.2.2010). Das Projekt kostet etwa 1,5 Millionen Euro, über die Höhe der Bankenförderung ist Stillschweigen vereinbart worden. |
























































