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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Dresdner Albertinum als «Brücke für die Kunst» - Richtfest PDF Drucken E-Mail
Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:29 Uhr

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Dresdner Albertinum, Brücke für die Kunst

«Es wird ein völlig anderes Museum», schwärmt Moritz Woelk, Direktor der Skulpturensammlung. Diese und die Galerie Neue Meister können von 2010 an fast ihren gesamten Bestand dauerhaft ausstellen, der seit Kriegsende überwiegend im Depot verborgen war. Mit Sanierung und Umbau des Monumentalbaus von 1884/87 vervierfacht sich die Fläche für die Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Das Programm für dieses neue Albertinum, an dem am 4. November Richtfest gefeiert wird, sieht Präsentationen von Gemälden und Skulpturen vor, aber auch von Grafik und neuen Medien. Ergänzend zu den Ausstellungen werden Schaudepots eingerichtet. «Es gibt damit erstmals einen Hort für die moderne Kunst in Dresden», sagt Woelk.

 

Zugleich erhalten die Staatlichen Kunstsammlungen ein hochwassersicheres Zentraldepot - in einer vom Berliner Architekten Volker Staab geschaffenen spektakulären «Arche». Das 60 Meter lange zweigeschossige Gebäude aus Stahl scheint in Höhe der Traufkante ins Albertinum eingehängt. «Für mich ist es eine Brücke für die Kunst», sagt Woelk. Das neue Kunstdepot ist nötig, da die Aufbewahrungsräume mehrerer Museen beim Hochwasser 2002 überflutet und die sichere Lagerung von Kunstgütern dort unmöglich geworden waren. Künftig werden nun die nicht ausgestellten Bilder der beiden Galerien Alte und Neue Meister sowie die Restaurierungswerkstatt der Malerei in zwölf Metern Höhe quasi über dem künftigen Foyer schweben.

 

«Die Museumsarchitektur Dresdens ist im 21. Jahrhundert angekommen und erreicht somit gewiss auch mehr Freunde des Zeitgenössischen», hofft Generaldirektor Martin Roth. Derzeit füllen Baulärm, Staub und Schmutz die riesigen rohbaufertigen Räume, deren künftiges Aussehen noch Vision ist. Die modern gestalteten Säle sollen nicht nur die Gemälde von der Romantik bis zur Moderne und Skulpturen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart aufnehmen, sondern auch das Depot der Skulpturen aus allen Epochen. Mosaik- und Klingersaal hingegen werden nach historischem Vorbild ausgestaltet.

 

«Im Mosaiksaal werden die Skulpturen des Klassizismus mit einem Schwerpunkt Ernst Rietschel stehen, dessen Nachlass wir bewahren; im Klingersaal wird die Kunst im Zeitalter von Wagner und Mahler mit der Malerei von Böcklin und Klinger bis zu Sascha Schneider und dem 20. Jahrhundert gezeigt», sagt Woelk. Im zweiten Obergeschoss biete sich dann ein chronologischer Rundweg von den Romantikern wie Caspar David Friedrich über die deutschen Impressionisten wie Lovis Corinth, Max Slevoigt oder Max Liebermann bis zur Kunst der Gegenwart und Gerhard Richter. Der aus Dresden stammende Künstler wird zwei Räume mit eigenen Werken speziell für die Galerie Neue Meister einrichten.

 

«Hier soll aktuelle Gegenwartskunst gezeigt werden», sagt Woelk und weist in eine riesige Halle mit vielen Säulen, die nach dem Zweiten Weltkrieg interimistisch die Räume des Grünen Gewölbes und des Münzkabinetts beherbergte. Geplant seien dort Schauen moderner Kunst aus privaten Sammlungen und aus Beständen der Galerie. In den Schmalseiten des Gebäudes werden Verwaltungsräume und Schaudepots untergebracht, in denen auch Fotografien und Zeichnungen aus dem Kupferstich-Kabinett sowie neue Medien zu sehen sind.

 

Das 1600 Quadratmeter große Foyer unter der «Arche» soll auch Veranstaltungen dienen. Die 3200 Tonnen schwere Stahlkonstruktion der «Brücke» liegt auf einem Aufzugsschacht und zwei Meter dicken Stahlbetonstützen, die bis in den felsigen Untergrund ragen. Für das neue Albertinum, das 2010 wiedereröffnet werden soll, gibt Sachsen 36 Millionen Euro aus. In das Depot- und Werkstattgebäude mit 3000 Quadratmetern Nutzfläche fließen auch Fluthilfe-Gelder und Spenden. Darunter die rund 3,4 Millionen Euro, die 2003 bei einer Auktion der Nationalgalerie Berlin erzielt wurden, für die aus Dresden stammende Künstler wie Richter und Georg Baselitz 46 Werke spendeten.

 

Das entstaubte und architektonisch aufgewertete Albertinum soll auch ein Magnet für jüngere Generationen und eine «Inkunable der Architektur» werden. «Bisher gibt es keinen generellen Überblick über die Kunst der Moderne in einem Haus und auch nicht so ein großes Museum für die Skulpturen der Moderne von Rodin bis heute», erklärt Woelk. Dresden habe lange künstlerische Traditionen mit Höhepunkten in allen Epochen. «Das ist ein Pfund, mit dem nun gewuchert werden soll.»

 

(Internet: www.skd-dresden.de)


Tags: mso  kunst  style  woelk  albertinum  abstrakte kunst  
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