| Camill Leberer - Das Phänomen der verborgenen Botschaft |
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| Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:35 Uhr | ||
Camill LebererDer 55- jährige Künstler spricht von seiner Erfahrung, von einem Gefühl der Sicherheit - und seiner künstlerischen Identität. «Auf der Suche nach dem Warum bin ich immer noch», sagt er. Doch habe er sich selbst gefunden. «In der Kunst.» Geboren 1953 in Kenzingen (Kreis Emmendingen) begann er nach einer Phase der Orientierung das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und verschrieb sich bis heute ganz der schöpferischen Gestaltung.
Die Reitzensteinstraße in Stuttgart ist bekannt für die Anreihung bedeutender Künstlerateliers. Seit 18 Jahren lässt hier auch Camill Leberer seiner Fantasie freien Lauf. Der bungalowartige Bau mit einem breiten halbrunden Dach vermittelt das, was man in einem Atelier erwartet. Wer das Innere betreten darf, wird von Inspiration förmlich erfüllt. In der Mitte des Raumes warten begonnene Werke auf ihre Vollendung. Farben, Unterlagen, Werkstoffe wollen dem Künstler dabei helfen. An den Wänden lehnen überall Bilder.
Bei seinen Lackbildern und Skulpturen aus Glas und Metall fällt die farbenfrohe Gestaltung auf. Oft sind es Gebilde aus reduziert- geometrischen Formen, denen man nicht ansieht, was sie verbergen. Leberer faszinieren «das Geheimnisvolle und Rätselhafte». Der eindimensionalen Sicht der Dinge fühlt er sich nicht verbunden. Dem Offensichtlichen stellt er die verschlüsselte Botschaft gegenüber. Die Erkenntnis auf den zweiten oder dritten Blick, darin liegt für ihn «das Großartige der Kunst und deren Bedeutung».
Zwischen 1984 und 1986 wohnte Leberer in Düsseldorf und Berlin. In dieser Zeit wurde er Preisträger des deutsch-französischen Forum Junger Kunst. Zwei Jahre später nahm er eine Dozentenstelle für Bildhauerei an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim an und wurde daraufhin für ein Stipendium der Villa Massimo in Rom ausgewählt. Dort war er ein Jahr künstlerisch tätig.
Für Leberer hat die Kunst neben ihrer Ästhetik und der Fähigkeit Botschaften zu vermitteln auch den Effekt der Verarbeitung. Diese Möglichkeit, verschiedene Lebensphasen zu reflektieren und aufzuarbeiten, erwies sich für ihn mit zunehmendem Alter als tragfähig. So schlagen sich auch immer wieder das Lebensgefühl und die Stimmungen des Künstlers in seinen Werken nieder. Im Jahr 1991 erhält er für seine Arbeit den Förderpreis der Stadt Stuttgart. Im selben Jahr lehrt er als Gastprofessor an der Universität, wo er einst sein Studium der Bildhauerei begann.
In seinem Atelier fällt auch eine schwarze Stereoanlage auf der Fensterbank und eine große CD-Sammlung daneben auf. Der überwiegende Teil der Titel kommt aus dem weltweiten Repertoire des Jazz und Blues. Musik inspiriere ihn nicht, sagt er, aber sie schaffe «eine Atmosphäre, die meine künstlerische Aktivität belebt». Ein Arbeitstag des Künstlers gleicht erstaunlich dem eines Nicht-Künstlers. Leberer hält relativ konsequent einen Acht-Stunden-Tag ein, davon sei er meist vier Stunden am Entwerfen seiner Ideen und noch mal so lang am Gestalten seiner Kunst.
Wie jeder Künstler fühlt sich auch Leberer bei der Frage nach dem Preis seiner Kunst nicht sonderlich wohl. Da der Kaufpreis und der wirkliche Wert der Kunst noch lange nichts gemeinsam haben, ist der Geldwert die Tabufrage unter Kunstfreunden, die einen viel tieferen Sinn hinter ihren Gemälden und Skulpturen sehen. Zwischen 7000 Euro und 15 000 Euro lassen sich Anhänger seiner Kunst eine der begehrten Skulpturen kosten. Erst in diesem Jahr erhielt er dafür den mit 10 000 Euro dotierten Peter-Hans-Hofschneider-Preis. |
























































