| Kunstexperten für transparenteren Umgang mit posthumen Güssen |
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| Dienstag, 09. September 2008 um 07:38 Uhr | ||
posthumen Güsse, Kunst«Der Umgang mit posthumen Güssen sollte sachlich angemessen, sachkundig und wahrheitsgemäß sein», sagte die Kunsthistorikerin Ursel Berger bei einem öffentlichen Symposium im Arp Museum. Diesen Appell richtete sie an Künstler, Nachlassverwalter, Händler, Kunstsammler und Museen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bildhauermuseen und Skulpturensammlungen, Gottlieb Leinz, kündigte an, den rund 30 Mitgliedsmuseen entsprechende Empfehlungen geben zu wollen.
Im Zusammenhang mit der Eröffnung des Arp Museums im September 2007 hatte es wiederholt Diskussionen darüber gegeben, ob posthume Güsse ausstellungswürdig sind. So existieren auch Arp-Werke, die erst nach dem Tod des Bildhauers Hans Arp gegossen wurden. Die Vorwürfe richteten sich dabei vor allem gegen den privaten Arp-Verein, der zunächst noch an dem Arp Museum beteiligt war. Im Herbst 2007 hatte sich das Land von dem Arp-Verein getrennt, in diesem Sommer wurde ein damit zusammenhängender juristischen Streit beigelegt. Das Land betreibt das Museum nun allein.
Leinz meinte, mit posthumen Güssen könne das Werk eines Künstlers durchaus so gezeigt werden, wie dieser es selbst geplant habe. Manchmal seien Künstler wegen Geldnot oder Kriegswirren daran gehindert worden, ihr Werk zu vollenden. «Ohne posthume Güsse wären einige deutsche Künstler heute weniger bekannt und kaum in Museen vertreten», sagte der Kunsthistoriker. Berger sagte, posthume Güsse gebe es in großer Zahl. Nach ihren Kenntnissen seien von den Plastiken aller berühmter Bildhauer, die in Bronze gearbeitet hätten, posthume Güsse hergestellt worden.
Der Kunsthistoriker Gert Reising sagte, dies betreffe vor allem auch Hans Arp. ««Nach Arps Tod haben viele Meißel an Arps Legende gearbeitet.» Nach Arps Tod 1966 könne es keine Originale mehr geben, da nicht mehr nachweisbar sei, welche Werke verändert worden seien. Der Arp-Verein erklärte, posthum entstandene Skulpturen als solche zu kennzeichnen. Arp habe zu Lebzeiten nicht die Möglichkeit gehabt, seine Skulpturen in dem Umfang herstellen zu lassen, wie es seinen Vorstellungen entsprochen habe, so der Verein.
Der Kunsthistoriker und Auktionator Henrik Hanstein sagte, die Künstler selbst und die Erben müssten klare Anweisungen zum Umgang mit den Kunstwerken geben. «Der Kunsthandel kann ja schwer genauer sein als die Urheber.» Der Kunstkritiker Eduard Beaucamp verwies darauf, dass Besucher in US-amerikanischen Museen genauer über die Entstehungsumstände einer Plastik informiert würden. In Deutschland müsse ein größeres Publikum erst noch für das Thema sensibilisiert werden. «Die leichtfertige Weiterentwicklungspraxis unterbleibt erst dann, wenn die Sammler die Finger von nicht eindeutig klassifizierten Objekten lassen», sagte er. |
























































