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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Tee am Fenster - Künstlerin knüpft Vorhang aus Teebeuteln PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. September 2008 um 06:51 Uhr

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Teebeutel, Kunst, Renate Schweizer

Das könnte zumindest ein wenig verwundern, angesichts der Berge von gebrauchten Teebeuteln, die sich in ihrem neuen Karlsruher Atelier angesammelt haben. In einem großen Karton, in Umschlägen und Blechkisten türmen sich die Beutel tausendfach. Ein «Messie» ist Schweizer keineswegs, vielmehr sind die schrumpeligen Beutel Teil ihres neuen Projektes. Sie kreiert aus den wertlosen Gegenständen Tassen und Schüsseln, Teekannen, Skulpturen - und einen Kimono aus 500 Beuteln oder ein «Hagebuttenbeutelträgerkleid», das es sogar bis auf einen Laufsteg in Südkorea geschafft hat. Den größten Aufwand steckt Schweizer in den kommenden Monaten allerdings in einen gewaltigen Vorhang - bestehend aus 285 000 Teebeuteln.

 

«Bis zum Jahr 2015 - also zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe - soll großflächig jeweils ein Teebeutel für jeden Einwohner der Stadt zum Teil des Vorhangs werden», erklärt die 51-Jährige. «Die Bürger Karlsruhes werden bildlich gesehen miteinander verbunden.» Für den bislang aus mehreren tausend Beuteln zusammengesetzten Vorhang und für andere Objekte nimmt sie behutsam jeweils einen Beutel zur Hand, trennt Faden, Heftklammer und das kleine Pappschild ab, öffnet den gefalteten Beutel an der Falz und schüttet die Teekrümel auf einen Haufen. Die Papiere aus Zellulose und Manilafaser, ein Naturprodukt aus der Faserbanane, werden zusammengeklebt und mit UV- Schutz imprägniert. «Das Spray ist zwar das Teuerste, aber dadurch behalten die Papiere ihre Naturfarbe», erklärt Schweizer.

 

Bevor sie vor kurzem ihr neues Atelier bezog, arbeitete sie zu Hause. Hin und wieder veranstaltet sie öffentliche Treffen in den verschiedenen Stadtteilen, auf denen die Beutel sortiert, geleert, geglättet werden, damit Schweizer sie für den Vorhang und weitere Kunstobjekte verarbeiten kann. «Tee ist bereits jedem Kind bekannt, gleich welcher Hautfarbe, Nation oder Religion», meint Schweizer. «Er wird so zu einem verbindenden Element.» Am liebsten arbeitet sie mit «Schwarztee». «Deren Beutel lassen sich am besten verarbeiten, weil ihr Inhalt nicht so verklumpt wie etwa bei Hagebuttentee. Farblich geben aber die Roten Teesorten mehr her.»

 

Um Nachschub muss sich die Karlsruherin nicht sorgen: In den vergangenen Jahren ist ihr Projekt bei Teeliebhabern, Sammlern und Künstlern so bekannt geworden, dass sie sogar aus Australien und Tschechien getrocknete Teebeutel erhält. Die Pappschilder mit den Geschmackssorten schickt sie dafür an eine jugendliche Sammlerin in Heidelberg, die Papiertütchen gehen nach Tschechien, aus den Teefasern werden von ihr Figuren modelliert, die Fäden lässt sie zu einem großen Netz zusammenknüpfen.

 

«Mein Ziel ist es, wertlosen Dingen einen Wert zu verschaffen und ressourcenbewusst zu arbeiten», erklärt Schweizer. Sie habe sich bereits als Kind neue Welten geschaffen, als sie aus Kartonage, Papier und Stoffresten Autos oder Schlafzimmer für ihre Puppen bastelte. «Spielerische Gegenwelten», nennt Schweizer das. In Stuttgart lernte sie Ende der 70er Jahre zunächst das Holzschnitzen, bevor sie in Bochum studierte und schließlich das Kartofler- Figurentheater mit aus der Taufe hob, auf Tournee ging und vor allem in Kindergärten aber auch auf Europäischen Figuentheaterfestivals auftrat. Mitte der 80er Jahre zog es Schweizer zunächst zum Kunst- und Philosphie-Studium in die USA, danach in die Schweiz und nach Dortmund. Seit 15 Jahren lebt und arbeitet Schweizer in Karlsruhe.

 

Sie stellt unter anderem Figuren, Maskenobjekte und Papiercollagen her, die seit einigen Jahren auch in Ausstellungen und Museen zu sehen sind. Schweizer hat gelernt, mit den unterschiedlichstenen Materialien umzugehen. Zunehmend beschäftigt sie sich auch mit Videoinstallationen und Fotografie. «Mich im Spannungsfeld der Gegensätze zu bewegen, ist das, was mich künstlerisch reizt», meint sie.

 

Neuerdings werden ihre Werke, die Papiercollagen und Fotoarbeiten auch zum Verkauf angeboten. Die Preise sind bei ihr durchaus noch Herzens- und Verhandlungssache. Dem großen Kunstmarkt bietet sie den Karlsruher Vorhang und das Faden-Netz zum Kauf an. Immerhin haben an letzterem auch weltbekannte «Köpfe» wie das Künstlerduo Gilbert & George mitgeknüpft. Trinkt sie eigentlich selbst literweise Tee, um ihre Sammlung voranzutreiben? «Nein, keineswegs, morgens nehme ich stets erst einmal einen starken Cappuccino zu mir», sagt Schweizer.

 



Tags: mso  schweizer  beutel  style  font  abstrakte kunst  
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