| Wirbel um Satire-Wandbild mit hüllenlosen Politikern am Bodensee |
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| Sonntag, 14. September 2008 um 18:27 Uhr | ||
Satire-Wandbild, nackte Politiker, Peter Lenk«Das Interesse ist riesengroß, es kommen zahlreiche Besucher», sagte Bürgermeister Matthias Weckbach am Samstag. «Wir sind in aller Munde», freute sich der Rathauschef der 4000 Einwohner zählenden Heimatgemeinde des Künstlers. «Sogar ein Schiff hat bei uns extra angelegt, damit die Passagiere das Werk anschauen können».
Dabei konzentriere sich das Interesse der Betrachter des zehn mal vier Meter großen Wandreliefs am Rathaus auf die kleine Figurengruppe nackter Politiker. Unter dem Titel «Global Players» sind dort Bundespolitiker-Karikaturen von Angela Merkel bis Guido Westerwelle zu sehen, die sich total entblößt kichernd gegenseitig befummeln. «Die Reaktionen des Publikums sind zu 90 Prozent positiv», berichtete Weckbach. Für Gegner dieser Satire und des Künstlers Lenk habe er jedoch Verständnis. «Aber die Kritik sollte ordentlich rübergebracht werden», meinte er.
Weckbach unterstrich, dass die Gemeinde lediglich 1500 Euro zu Lenks Werk beigesteuert habe. Dieser Betrag habe an den 30 000 Euro gefehlt, den der Verein der Kunstfreunde Bodman-Ludwigshafen mit Hilfe von Spendern und Sponsoren aufgebracht habe. Ohnehin sollen die Bürger nach zwei Jahren abstimmen, ob sie das satirische Denkmal behalten wollen.
Das Wandbild mit dem Titel «Ludwigs Erbe», das sich auf den badischen Großherzog Ludwig, den Namensgeber eines Teils der Doppelgemeinde bezieht, war bis zur Enthüllung am vergangenen Samstag geheim. Die Darstellung nackter Politiker und von Wirtschaftsbossen im Adamskostüm, die im Geld baden, hat Lenk den Vorwurf der Pornografie eingetragen. Andere kritisieren, dass Lenk, dessen Skulpturen in vielen Gemeinden im Südwesten sowie in Berlin stehen, nach dem immer gleichen Schema provoziere und seine spöttischen Figuren keine Kunst seien, die die Zeit überdauere. |
























































