| Deutsche Romantik an Grachten: Caspar David Friedrich in Amsterdam |
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| Freitag, 19. September 2008 um 07:08 Uhr | ||
Caspar David Friedrich, Sammlung der Eremitage, AmsterdamMit der Ausstellung aus dem Fundus eines der größten kunst- und kulturgeschichtlichen Museen der Welt wird auch die moderne Sicht der Niederländer auf Caspar David Friedrich unterstrichen, wie der Gastkonservator der Schau, der frühere Direktor des Rijksmuseum Henk van Os, am Donnerstag deutlich machte. Bis Anfang der 60-er Jahre seien Friedrichs Gemälde «für die meisten Niederländer mit einer Welt assoziiert worden, die einem fatalen Nationalismus nahe stand, der von Blut-und-Boden-Gedanken geprägt war».
Heute sei Friedrich hingegen auch im westlichen Nachbarland Deutschlands «in», sagte van Os. «Der deutsche Maler ist zu einer Art Kultfigur geworden.» Das liege auch daran, dass Friedrich so konsequent wie kein anderer «sichtbar gemacht hat, dass der Mensch kein selbstverständlicher Teil der Landschaft» sei. «Er steht nicht in, sondern gegenüber der Natur und kann nur in einsamer Kontemplation zu ihrer Bedeutung und Schönheit vordringen.»
Die Schau «Caspar David Friedrich und die deutsche romantische Landschaft» wird bis Mitte Januar 2009 zu den Glanzlichtern des reichen Kunstangebots Amsterdams gehören. Friedrichs insgesamt neun Gemälde und sechs Zeichnungen aus dem Besitz der Eremitage St.Petersburg werden umgeben mit Werken von Zeitgenossen, Vorgängern und Nachahmern, die ebenfalls aus dem Petersburger Fundus stammen - unter ihnen Jakob Philipp Hackert (1737-1807), Carl von Kügelgen (1772- 1832), Carl Fohr (1795-1818) und Carl Rottmann (1797-1850).
Durch die Gegenüberstellung werde die tiefgreifende Revolution deutlich, die Friedrich in der deutschen Landschaftsmalerei ausgelöst habe, sagte van Os. Die nun in Amsterdam zu sehenden Werke des aus Greifswald stammenden Friedrich, der seine Inspiration nicht wie so viele andere in Italien, sondern in Deutschland fand, zeigen grandiose Landschaften, aber auch stille Hafenansichten. Über der Ostsee bei Rügen erhebt sich der Mond, die Sonne strahlt über dem Riesengebirge. Ein Träumer sitzt bei der Klosterruine auf dem Berg Oybin.
Mit der einzigartigen Ausstellung beschließt die Hermitage Amsterdam ihren 2004 begonnenen Aufenthalt im «Haus Neerlandia» an der Nieuwe Herengracht. Die niederländische Dependance des Petersburger Mega-Museums zieht anschließend in den benachbarten Amstelhof um, wo sie über eine zehnfach größere Ausstellungsfläche verfügen wird. Die bisherige Heimstatt wird zu einer Hermitage für Kinder umgebaut.
(20. September 2008 bis 18. Januar 2009, täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr, Hermitage Amsterdam, Nieuwe Herengracht 14, Eintritt für Erwachsene: 8 Euro, Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie mit der Touristenkarte «I Amsterdam») |
























































