| Ein Jahr Arp Museum - Nach Querelen Hoffnung auf ruhigere Zeiten |
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| Mittwoch, 24. September 2008 um 07:09 Uhr | ||
Arp-MuseumAls das Arp Museum in Remagen feierlich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet wurde, waren gerade neue Vorwürfe gegen den da noch am Museum beteiligten privaten Arp-Verein erhoben worden. Sie setzten eine Serie von Streitereien fort, die das Prestigeprojekt der rheinland-pfälzischen Landesregierung seit den 1990er Jahren begleiten. Seit der Eröffnung am 28. September 2007 ist jedoch einiges passiert. Die Rahmenbedingungen für das Museum scheinen heute besser als vor einem Jahr. Das insgesamt 33 Millionen Euro teure Haus verzeichnet seit der Eröffnung mittlerweile mehr als 81 000 Besucher.
Die Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp (Arp-Verein) sollte das Museum zusammen mit dem Land betreiben und Dauerleihgaben für die Ausstellungen einbringen. Die Zusammenarbeit war jedoch schon seit Jahren problematisch. Dabei ging um umstrittene Vereinbarungen und unklare Wertigkeiten von Kunstwerken des deutsch-französischen Künstlers Hans Arp (1886-1966). Nicht einmal zwei Monate nach der Museumseröffnung gab es nach einem massiven Streit um Dauerleihgaben schließlich einen Paukenschlag in Mainz: Das Land beendete die Kooperation mit dem Arp-Verein wegen «schweren Vertragsbruchs». Das Vertrauensverhältnis sei «unwiederbringlich zerrüttet».
Es drohte eine lange juristische Auseinandersetzung, doch in den kommenden Monaten war es außergewöhnlich ruhig zwischen Land und Verein. Im Juli 2008 wurde dann überraschend eine außergerichtliche Einigung verkündet. Das Land ist seitdem allein für Betrieb und Unterhalt des Museum verantwortlich. Dafür stehen ihm aber auch nicht mehr die Leihgaben des Vereins zur Verfügung. Das Land selbst besitzt 404 Arp-Werke und will nach Angaben von Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann-Göttig (SPD) mit anderen Leihgebern und Museen kooperieren. Im Gespräch soll dabei auch die millionenschwere Kunstsammlung des Stuttgarter Arztes Gustav Rau mit Gemälde von Lucas Cranach, Pierre- August Renoir, Claude Monet und Paul Cézanne sein.
Im August wurden zwei weitere, wichtige Weichen für einen erfolgreichen Museumsbetrieb gestellt. Das Land stockte den jährlichen Etat von bislang rund 1,7 Millionen Euro um rund zwei Millionen Euro auf. Zudem wurde ein Nachfolger des scheidenden Gründungsdirektors Klaus Gallwitz präsentiert: Der 1969 in Köln geborene Oliver Kornhoff übernimmt das Haus am 1. Januar 2009 als neuer künstlerischer Leiter. Er soll das Museum nach den Worten von Hofmann-Göttig in die «erste Liga der deutschen Kunstmuseen» mit jährlich mindestens rund 100 000 Besuchern führen. Der Kunsthistoriker Kornhoff war bislang stellvertretender Leiter der Kunsthalle in Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg.
Die Querelen der Vergangenheit sind jedoch noch nicht vergessen. Im Mainzer Landtag beschäftigt sich derzeit auf Initiative der CDU- Opposition der erste Untersuchungsausschuss seit 2005 mit dem Arp Museum. Er forderte mehrere hundert Akten aus gut vier Jahrzehnten an, um zu klären, ob es «durch die Landesregierung zu Versäumnissen beziehungsweise Pflichtverletzungen gekommen» und welcher Schaden womöglich entstanden ist. Als Zeugen sind unter anderem noch Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Becks Vorgänger Rudolf Scharping (SPD) geladen. In der ersten Jahreshälfte 2009 soll das Gremium dem Mainzer Landtag seinen Abschlussbericht vorlegen. |
























































