| «So weit das Auge kann» - Lawrence Weiners Lebenswerk in Düsseldorf |
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| Freitag, 26. September 2008 um 07:02 Uhr | ||
Lawrence WeinerDie erste große Retrospektive zum spröden Lebenswerk Weiners, der vor allem mit verrätselten Wand-Inschriften international bekanntwurde, zeigt von Samstag an (bis 11. Januar 2009) die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 in Düsseldorf. Präsentiert werden bei der einzigen europäischen Ausstellungsstation rund 50 teils wandfüllende «Spracharbeiten», eine Reihe früher Gemälde, Künstlerbücher und in Auflage erschienene Multiples.
Den Ausstellungstitel «AS FAR AS THE EYE CAN SEE» möchte der eigenwillige New Yorker mit Zweitwohnsitz in Amsterdam am liebsten mit «So weit das Auge kann» übersetzt sehen - ein deutlicher Hinweis, dass der Betrachter möglichst Abstand vom konkreten Inhalt der meist in Großbuchstaben an die Ausstellungswände gebrachten Sentenzen wie «SOME FLOWERS CUT AND STREWN» nehmen sollte. Zu seinem Werk sei «nicht viel zu sagen, es erklärt sich von selbst», meinte der Künstler am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Retrospektive.
So wie andere Künstler Bronze oder Farbe zur Realisierung des Kunstwerkes brauchen, so nutzt Weiner die Sprache - oder gar nur die bloße Idee als «Material». Keineswegs fühle er sich als Dichter: «Ich bin ein Bildhauer», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Klar wird sein Bild-Anspruch bei der riesigen Spracharbeit «AN DEM SEE AUF DEM SEE VON DEM SEE» über den Rundfenstern des Museums-Souterrains, die einen Durchblick auf einen Ententeich freigeben. Zur Irritation trägt ein halber Liter eingetrockneter weißer Hochglanzlack bei, den der Künstler nach einem Konzept von 1968 auf den Boden gegossen hat.
Am Anfang stand jedoch auch bei Lawrence Weiner die klassische Leinwand, wie vier hochformatige, minimalistische Leinwände von 1968 belegen, die Weiner nahezu einfarbig in stumpfem Rot, Violett oder Grün geschaffen hat. Auflagenobjekte wie ein glänzendes Taschenmesser («LOST AT SEA») oder ein Paar Damenstrümpfe mit dem Satz «BÖSE IST BESSER» dürften zur Verunsicherung des Kunstpublikums beitragen.
Eine Straßenbahn mit verschlüsselter Weiner-Aufschrift rollt für die Ausstellungsdauer durch Düsseldorf. Das Kunstwerk auf Rädern ist nach Auskunft des örtlichen Verkehrsbetriebs keineswegs besonders versichert.
(Internet: www.kunstsammlung.de) |
























































