| Mark Rothko in London - erstmals legendärer Seagram-Zyklus vereint |
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| Samstag, 27. September 2008 um 10:23 Uhr | ||
Mark Rothko, Seagram-ZyklusErstmals ist es der Tate Modern in London gelungen, 16 Werke aus der legendären Seagram-Building-Serie von Mark Rothko zu vereinen. Unter dem Titel «Mark Rothko» widmet das Museum dem US-amerikanischen Künstler russischer Herkunft (1903-1970) auch die erste große Schau, die sich ausschließlich mit den letzten Schaffensjahren des Malers befasst. Damit vervollständigt die aufwendige Ausstellung die Rothko-Retrospektive, die vor wenigen Monaten in München und Hamburg gezeigt wurde.
Die großformatigen Seagram-Kompositionen, die Rothko zwischen 1958 und 1959 geschaffen hat, bilden den Höhepunkt der rund 50 Exponate umfassenden Werkschau, die bis zum 1. Februar zu sehen ist. Vier Gemälde sind Leihgaben des Kawamura Memorial of Art in Japan, die wegen der hohen Empfindlichkeit der Farboberfläche seit ihrem Erwerb Ende der 80er Jahre noch nie das Museum verlassen haben.
Die Gelegenheit, 14 der 16 Gemälde in einem Raum vereint zu sehen, ist einzigartig - und dürfte sich so schnell nicht wiederholen. Eine Präsentation, die Rothko, der nur selten mit der musealen Darstellung seiner Werke einverstanden war, sicherlich gefallen hätte. Die Bilder hängen dicht nebeneinander und bilden «einen umschlossenen Raum, nur mir gehörig», so wie es sich der Künstler immer gewünscht hatte.
Die farbintensiven Werke, auch «murals» genannt, strahlen förmlich durch den Raum. Sie bestehen aus wenigen großen, an den Rändern diffus verschwimmenden farbigen Rechtecken: Farbfelder, bei denen leuchtendes Rot unter erdigem Braun wie Glut aufleuchtet oder warmes Dunkelbraun mit mattem Bordeaurot verschmilzt.
Es sind monumentale, flimmernde Farbkompositionen, die in der Londoner Ausstellung durch ihre unwahrscheinliche Dichte fast schon rauschhafte Empfindungen beim Betrachter auslösen - was letztlich auch das Ziel des Malers war. «Mich interessiert nicht das Verhältnis von Farbe oder Form oder irgend so etwas. Mich interessieren nur die grundlegenden menschlichen Emotionen: Tragödie, Ekstase, Schicksal», hatte Rothko sein Grundmotiv einst umrissen. «Die Tatsache, dass Leute zusammenbrechen und weinen, wenn sie mit meinen Bildern konfrontiert werden, zeigt, dass ich diese Gefühle kommunizieren kann. Die Leute, die vor meinen Bildern weinen, haben die gleiche religiöse Erfahrung wie ich, als ich sie gemalt habe.»
Den Auftrag für diese Bildserie erhielt Rothko im Jahr 1958. Seine Werke waren für das Restaurant «Vier Jahreszeiten» in dem von Mies van der Rohe entworfenen Seagram-Gebäude bestimmt. Es war sein erster Auftrag für einen öffentlichen Raum. Doch als er dort mit seiner Frau dinierte, musste er feststellen, dass das «Vier Jahreszeiten» ein Luxusrestaurant für die High Society war. Aus ideologischen Gründen konnte sich der Künstler seine Bilder in diesem Rahmen nicht vorstellen. Er lehnte den Auftrag ab und zahlte das Geld zurück.
Ein weiteres Highlight der Schau sind auch die zwischen 1964 und 1969 entstandenen «Black on Gray»-Malereien: wandgroße Formate, deren Bildaufbau vorwiegend aus horizontalen Streifen besteht und bei denen der Künstler auf die harmonisch-leuchtende Farbpalette verzichtet. Viele Kritiker bringen diese Zäsur und Hinwendung zu dunklen Tönen mit dem Tod in Zusammenhang. Denn das Nichts und die Leere sind Themen, mit denen sich der Künstler intensiv auseinandergesetzt hat.
Die «Black on Gray»-Serie stellte Rothko ein Jahr vor seinem Freitod im Jahr 1970 fertig - demselben Jahr, in dem das Museum auch den «Rothko-Room» mit den neun Seagram Murals eröffnet hat. Heute, knapp vierzig Jahre später, sind nun auch die sieben weiteren Gemälde aus dem Kawamura Memorial Museum of Art in Japan und aus der National Gallery of Art in Washington zu sehen.
(Internet: www.tate.org.uk) |
























































