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Donnerstag, 02. April 2009 um 07:44 Uhr |
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Brandt, Grass
Leihgeber der Schau mit dem Titel «Ein Bürger für Brandt. Der politische Grass» ist das Lübecker Günter-Grass-Haus, wo sie ebenfalls bereits zu sehen war, teilte die SPD am Mittwoch mit.
Die Fotografien der Ausstellung stammen von Robert Lebeck. Grass wird bei der Eröffnungsveranstaltung aus seinen Werken lesen. Gezeigt wird auch ein Film mit Zeitzeugenberichten unter anderem mit dem Historiker Arnulf Baring («Machtwechsel»), dem Grafiker und Berliner Akademiepräsidenten Klaus Staeck und dem einstigen Bonner und heutigen Berliner «Promi-Kneipenwirt» Friedel Drautzburg («Ständige Vertretung»).
Grass engagiere sich «wie kein zweiter deutscher Schriftsteller für die Belange und Rechte von Minderheiten, für soziale Gerechtigkeit und Demokratie», heißt es in der Ankündigung zu der Ausstellung. Frage man nach den Wurzeln seines starken bürgerschaftlichen Engagements, falle immer wieder Name Willy Brandts. «Der anfänglich auf politischem Gebiet eher zurückhaltende Künstler Grass entwickelte nach der Begegnung mit Willy Brandt im Jahr 1961 einen für deutsche Schriftsteller ungewöhnlich hohen persönlichen Einsatz für Willy Brandt und die "Es-Pe-De". Seinem Engagement sind zahlreiche prominent besetzte sozialdemokratische Wählerinitiativen zu verdanken.» Darüber hinaus habe Grass Reden für Brandt entworfen und eigene Plakate gestaltet.
Grass, der mit seinem Freund und Mentor Brandt 1990 über den Weg zur Deutschen Einheit uneins war, hat inzwischen angekündigt, die SPD auch im kommenden Bundestagswahlkampf wieder zu unterstützen. Er war 1993 aus Protest gegen die Asylpolitik der Partei aus der SPD ausgetreten, blieb ihr aber weiterhin verbunden.
Die Ausstellung ist bis zum 24. April bei freiem Eintritt geöffnet, ein Ausweis ist erforderlich (dienstags bis sonntags 12 bis 18 Uhr).
Am (heutigen) Mittwochabend wollte Grass im Berliner Ensemble aus seinem neuen Buch «Unterwegs von Deutschland nach Deutschland. Tagebuch 1990» lesen und mit Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse über das Buch und 20 Jahre Mauerfall diskutieren.
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