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Bauhaus, Design
«Der Name Bauhaus ist für uns nicht bloß eine Reminiszenz, der Name ist Programm», sagte Gerd Zimmermann, Rektor der Bauhaus-Universität. «Wir verstehen uns jedoch als ein neues Bauhaus des 21. Jahrhunderts, für das das Bauhaus von Gropius eine wichtige Adresse ist.»
Die Hochschule sei keine Imitation der alten Schule, aber sie reflektiere die Idee und das Konzept der Bauhäusler vor 90 Jahren auf ihre heutige Tragfähigkeit, etwa soziale Aufgaben von Bau und Design. «Insofern sagen wir auch, die Idee des Bauhauses ist noch nicht eingelöst, sondern von aktueller Brisanz», führte Zimmermann aus. Als Beispiel nannte er Hannes Meyers Proklamation «Volksbedarf statt Luxusbedarf».
Die Architekten, Gestalter und Medienwissenschaftler heute treffen für Zimmermann auf völlig veränderte technologische Voraussetzungen und eine globalisierte Welt, die 1919 erst in den Anfängen steckte. Daraus ergebe sich die Frage, welche Bedeutung die von Gropius geforderte Einheit von Kunst und Technik in der digitalen Welt habe.
Die Aktualität des Bauhauses für Gegenwart und Zukunft sollte am Nachmittag im Mittelpunkt des Festaktes im Deutschen Nationalmuseum stehen. Als Ehrengast war Professor Tomás Maldonado von der Polytechnischen Universität Mailand eingeladen. Er hatte in den 1950er Jahren an der neuen Hochschule für Gestaltung in Ulm gelehrt und war später ihr Rektor. Der heute 87 Jahre alte Maler, Designer und Denker hatte dort zur Eröffnung den greisen Walter Gropius kennengelernt und stand danach mit ihm im regen Briefwechsel, auch über die Versachlichung der Diskussion zum Bauhaus in Ost- und Westdeutschland.
«Wir müssen uns auch den Ballast der Geschichte gefallen lassen», sagte Zimmermann im Blick auf die Anfeindung der Design-Schule. «Es war keine dahin plätschernde Geschichte ohne Brüche.» Das Bauhaus war 1925 durch die rechtskonservative Regierung Thüringens vertrieben worden. In Dessau und später in Berlin wurden viele Projekte und Arbeiten verwirklicht, für die in Weimar die Grundlagen geschaffen wurden. 1933 verboten die Nationalsozialisten das Bauhaus. Viele Professoren und Studenten emigrierten und trugen damit die Ideen des Bauhauses in die Welt.
(Internet: www.das-bauhaus-kommt.de; www.uni-weimar.de/bauhaus09; www.weimar.de)
Bauhaus hat Architektur und Design geprägt Weimar (dpa) - Das vor 90 Jahren gegründete Bauhaus gilt als «Ikone der Moderne». Am 1. April 1919 von dem Architekten Walter Gropius (1883-1969) als Hochschule für Gestaltung ins Leben gerufen, prägte das Bauhaus Architektur, Kunst und Design der Moderne bis heute. Die Bauhaus-Gebäude in Weimar und Dessau gehören seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Gropius forderte die Bündelung der bildenden Künste unter dem Dach der Architektur. Die Einheit von Funktion und ästhetischer Form wurde zum Grundsatz. Die Bauten aus Glas und Beton sind sachlich-funktional. Auch die Formensprache der Alltagsgegenstände wirkt noch immer modern.
Mit ihren Werkstätten für gestaltendes Handwerk, Architektur und bildende Künste blieb die Schule der Moderne bis 1925 in Weimar. Zu den Lehrern gehörten die Maler Lyonel Feininger (1871-1956), Wassily Kandinsky (1866-1944) und Paul Klee (1879-1940). Von 1930 bis 1933 war der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) Direktor des inzwischen nach Dessau verlegten Bauhauses.
Auf Druck der Nationalsozialisten wurde das zuletzt in Berlin als private Einrichtung betriebene Bauhaus 1933 endgültig aufgelöst, viele seiner Künstler verließen Deutschland.
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