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Sonntag, 05. April 2009 um 12:26 Uhr |
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Althamer, Assael, Künstler
Seit Beginn des Jahres malen, sprühen, bauen und proben die Kinder aus Kindertagesstätten und Grundschulen unter der Anleitung des polnischen Künstlers Pawel Althamer. Im Fridericianum stehen ihnen für ihre Ideen rund 1300 Quadratmeter zur Verfügung. Gleichzeitig wird eine Installation der italienischen Künstlerin Micol Assael gezeigt: Eine raumfüllende Maschine bläst aus zwei Öffnungen heißen Wasserdampf in die Museumsluft. Beide Ausstellungen sind bis 21. Juni zu sehen.
Im ersten Obergeschoss der Kunsthalle ist neben bunten Tableaus mit Kinderzeichnungen eine Ritterburg und ein mehrere Meter hohes, begehbares Holzpferd zu sehen. In einem weiteren Raum wurde das klassizistische Eingangsportal des Fridericianums an die Wand gesprüht, wobei die Säulen und die Treppe aus Stein und Kunststoff nachgebildet sind. Dem 42-jährigen Althamer gehe es darum, gemeinsam mit den Kindern Ideen zu entwickeln und umzusetzen. «Diese Ausstellung hat eine andere Qualität», sagte der künstlerische Leiter des Fridericianums, Rein Wolfs. Die Fläche wird erst nach und nach gefüllt. Noch seien nicht alle Ideen umgesetzt. Wolfs spricht daher von einem «Prozesskunstwerk». Althamer, der als Performancekünstler Erfahrung mit solchen Gruppenprojekten hat, nahm 1997 an der documenta 10 teil. Damals bewegte er sich in einem Astronautenkostüm durch Kassel und filmte seine Stadterkundungen. Das Video war während der documenta in einem Wohnwagen in der Karlsaue zu sehen. Für seine neue Arbeit übergebe der Künstler das Haus in die Hände von Kindern und schaffe damit eine spezielle Nähe zum Alltagsleben in Kassel, hieß es von der Kunsthallen-Leitung.
Unter dem Titel «Fomuska» stellt Micol Assael in Kassel erstmalig ihre Raum greifende Maschine aus, die sie zusammen mit Wissenschaftlern der Moskauer Hochschule für Energetik entwickelt hat. Assael wolle die Besucher damit berühren, reizen und elektrisch aufladen, erläuterte Wolfs. In einem Nebenraum sind in 13 Vitrinen 399 minimalistische Zeichnungen der Künstlerin zu sehen, die sie nach einem Aufenthalt in Island anfertigte. Beide Exponate zeigen auf sehr unterschiedliche Weise die Faszination der 30-Jährigen für Technik und Natur. Bereits auf der 4. Berlin Biennale 2006 zwang sie die Besucher gegen kalte Windströme anzukämpfen und ließ dabei Wasser von der Decke tropfen.
(Internet: www.fridericianum-kassel.de)
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