|
Montag, 06. April 2009 um 06:38 Uhr |
|
Baumgarten, Kunst
Der Thüringer sei am Samstag im Alter von 95 Jahren in einer Klinik in Coburg gestorben, teilte der UND-Verlag in Stadtroda am Sonntag im Auftrag von Familienangehörigen des Künstlers mit. Baumgarten, der in Judenbach bei Sonneberg lebte, hatte am 21. März seinen 95. Geburtstag begangen. Er sei nicht nur eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit gewesen, sondern auch ein wichtiger Zeuge der Zeit- und Kunstgeschichte, sagte sein Kunst- Verleger Friedhelm Berger.
Baumgarten, der in der Nazi-Zeit von 1934 an Malverbot hatte, war Schüler von Karl Caspar, Hugo Troendle und Olaf Gulbransson in München und von Karl Schmidt-Rottluff in Berlin. In der DDR verdiente er sich sein Geld als Gestalter in der Spielzeugindustrie und mit Arbeiten im Bereich «Kunst am Bau». Nach Verlagsangaben fand Baumgarten nach dem Mauerfall zur alten Klasse zurück und schuf ein bedeutendes Spätwerk. 2001 habe er wegen einer Erkrankung seine künstlerische Tätigkeit aufgegeben.
Zu seinem 95. Geburtstag hatte der UND-Verlag mit dem Kunstbuch «Ali Kurt Baumgarten - Kunst-Roulett» von Edwin Kratschmer an den fast vergessenen Künstler erinnert. Darin enthalten ist auch der heimlich angefertigte Holzschnitt «Jazz» aus dem Jahr 1935, als Jazz im Nazi-Deutschland als «Negermusik» offiziell verfemt und verboten war. Das Buch enthält zahlreiche Fotos, Werkabbildungen und Dokumente.
Nach Angaben des Verlages ist vom 24. April bis 2. Juli in ömmerda eine Ausstellung mit Holzschnitten von Baumgarten geplant, darunter auch expressionistischen Frühwerken aus den 30er Jahren.
(Internet: www.und-verlag.de)
|