| documenta-Chefin: Unbekannte Künstler locken wie Stars |
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| Dienstag, 14. April 2009 um 07:09 Uhr | ||
Künstler, Kunst, Menschen
«Wer glaubt, dass bei Warhol mehr Leute kommen, irrt», sagte die in Italien lebende Amerikanerin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Kassel. «Die Leute kommen ja, weil sie neugierig sind. Sie wollen ja gerade etwas sehen, was sie nicht kennen.» Auch große Beachtung einer Ausstellung in den Medien oder in der Eigenwerbung sei nicht unbedingt eine Garantie für eine große Besucherzahl. «Ein Garant für einen Erfolg ist das wirklich nicht. Ich glaube, dass Mundpropaganda da viel wirksamer ist. Wem glaubt man eher: Der Werbung oder einem Freund?» Ob ein Künstler auf dem Markt erfolgreich ist oder nicht habe keine Relevanz. «Damien Hirst zum Beispiel ist ja im Grunde ein Genie. Er verkauft für Millionen Pfund sein Werk zwei Wochen, bevor die Finanzkrise so richtig ausbricht, und behauptet dann selbst, es sei völlig überteuert. Das war eine Kunstperformance.» In diesem Fall gehe es nicht so sehr um das Objekt, sondern um die Aktion. «Die ganze Aktion war das Kunstwerk. Die Käufer dachten, sie kaufen Kunst, dabei waren sie Teil des Werks.» Erfolg mache einen Menschen nicht zu einem guten, aber auch nicht zu einem schlechten Künstler: «Es gibt hervorragende Künstler, die aber auf dem Markt überhaupt nicht ankommen. Genauso gibt es unter den Erfolgreichen schlechte und brillante Künstler. Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Die Frage in der Kunst ist Intensität und Intimität.» Die Zahl der Besucher ihrer eigenen, in gut drei Jahren beginnenden documenta sei ihr nicht egal, aber auch nicht übermäßig wichtig: «Ich bin nicht interessiert an Zahlen, ich bin interessiert an Menschen. Natürlich freue ich mich über Besucher. Wir machen die Kunst und die Ausstellung ja für andere Menschen. Aber was sagt schon Statistik?» Eine Tabelle könne nicht erfassen, ob sich die Leute wirklich mit den Werken auseinandersetzen würden. «Ein Besucher der sich zehn Minuten mit einem Bild beschäftigt ist mir lieber als 100, die achtlos vorübergehen.» An Besucherzahlen sei die Qualität einer Ausstellung nicht zu messen. «Dann wird die Kunst zur Statistik. Und wenn Kunst zur Statistik wird, verliert sie ihr Potenzial, das unstatistisch ist.» |
























































