| Bauhaus Dessau öffnet Archiv für Besucher |
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| Freitag, 17. April 2009 um 22:02 Uhr | ||
Stiftung, Bauhaus
Dutzende Originaltüren von Dessauer Bauhausbauten lehnen an der Wand, Reste aus dem zerstörten Wohnhaus von László Moholy-Nagy (1895-1946) liegen in einem Regal und von Schinkel gestaltete Gaslaternen auf dem Boden. Was jetzt in einer ehemaligen Brauerei aufbewahrt wird, befand sich einst in oder an Bauhausbauten in Dessau. «Bislang war es nur für Forscher zugänglich», sagt Werner Möller, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau. Das gut gefüllte Bauforschungslager ist Teil des Archivs der Stiftung, das in den vergangenen Wochen in die alte Brauerei umgezogen ist und dort nun auch besichtigt werden darf. An diesem Sonntag wird es eröffnet - zusammen mit der neu gestalteten Dauerausstellung des Bauhauses, die sich nun in den einstigen Archivräumen im früheren Hochschulgebäude befindet. Eine Million Euro haben die beiden neuen Anziehungspunkte gekostet. Rund 26 000 Objekte zählen derzeit zum Fundus der Stiftung, die das Erbe von Walter Gropius (1883-1969) sowie seiner berühmten Kollegen Paul Klee (1879-1940), Wassily Kandinsky (1866-1944) und Lyonel Feininger (1871-1956) verwaltet. In dem Archiv werden auch hunderte meist farbenfrohe Gemälde gelagert. Sie hängen im ehemaligen Hopfenlager an Schiebe-Wänden. Daneben stehen zahlreiche Schränke und Kommoden im Bauhaus-Stil, in einem weiteren Raum drängen sich Stühle und Sessel. Das Kunstgut stammt überwiegend aus den Jahren 1925 bis 1932. «Aus konservatorischen Gründen können wir nicht alles in einer Ausstellung zeigen», sagt Möller. Im Archiv herrschen spezielle klimatische Bedingungen, die Wände der Backstein-Brauerei sind teils meterdick und mehrschichtig. Künftig werden täglich zehn Besucher durch die Kunst- und Design-Schatzkammern geführt. «Sie werden von zwei Mitarbeitern begleitet: einer spricht, und einer passt auf», sagt Möller. Weniger personalintensiv ist die neu gestaltete Dauerausstellung im Keller des Bauhaus-Gebäudes. Wo einst die Studenten der Hochschule für Gestaltung werkelten, gibt es nun in drei Räumen einen Grundkurs in Bauhausgeschichte. «Es ist ein knapper Einstieg, wir haben hier im Gebäude zu wenig Platz, um alles zu erzählen», sagt der neue Direktor der Stiftung, Philipp Oswalt. «Wir wollen nicht zu einem Museum werden.» Oswalts Ziel ist ein dezentrales Ausstellungskonzept: In den unterschiedlichen Bauhausbauten in Dessau sollen Schwerpunkte gesetzt werden; in den Meisterhäusern etwa die Wohnkultur und im ehemaligen Arbeitsamt, das Gropius entwarf, das Verhältnis zwischen der Stadt und dem Bauhaus. In der komprimierten Dauerausstellung «Bauhaus Dessau - Werkstatt der Moderne» werden die Besucher von einem 14 Meter breiten Filmpanorama empfangen, das in 20 Minuten die Geschichte des Bauhauses zwischen 1919 und 1933 zeigt. Dies ist die Dessauer Zeit der in Weimar gegründeten Hochschule. In der einstigen Druckerei werden Originaldokumente gezeigt, etwa ein Bauhaus-Diplom mit Unterschrift von Mies van der Rohe (1886-1969). Zu den wertvollsten Exponaten gehört ein Holz-Klappstuhl mit Stoffbezug von 1929. «Davon gibt es nur noch zwei Exemplare - und beide haben wir», sagt Kurator Lutz Schöbe. (Internet: www.bauhaus-dessau.de) |
























































