| Flusen, Fusseln, Flocken: «Staub» auf der Art Cologne |
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| Samstag, 25. April 2009 um 15:48 Uhr | ||
Open Space, Künstler
Den haben die Künstler Jenny Michel (33) und Michael Hoepfel (37) zusammengetragen, indem sie ihn aus Wäschetrocknern geklaubt, aus schmuddeligen Kellerecken gepflückt, aus Regalen gewischt und unter Betten hervorgekehrt haben. Das Resultat - die Installation «Pulvarium» mit den lateinisch etikettierten, «wissenschaftlich» systematisierten Stäuben als selten schönen Kostbarkeiten - ist bis zum 26. April als eine der Attraktionen auf dem «Open Space» der Kunstmesse Art Cologne in Köln zu bestaunen. In diesem vor fünf Jahren ins Leben gerufenen «offenen Raum» präsentiert die internationale Kölner Kunstmesse junge Kunst abseits der konventionellen, abgeschlossenen Messekoje. In diesem Jahr sind 42 Galerien mit zumeist je einem Künstler am «Open Space» beteiligt. Unter den jungen Talenten ist Schirin Kretschmann (29). In ihrer «Zerlegung» verwandelt sie die ein Meter breiten und dreieinhalb Meter hohen Bretterwände ihrer Ausstellungsfläche in eine Buchstabenskulptur. Daneben zeigt sie unkonventionelle «Malerei». Das ist zum einen ein «Bild» von einem selbst gebackenen Apfelkuchen, der zum kohlschwarzen Relief karbonisiert ist, zum anderen die «Malspur», die aus einer mit farbigem Fruchteis gefüllten Tasche über Wand und Boden läuft, wo das Eis zum Bild auskristallisiert. Amüsant ist die Bildersammlung, die der Mexikaner Martin Soto Climent auf dem Boden des «Open Space» als frechen Geschichtenreigen ausgebreitet hat. Das sind teils aufwendig gerahmte Gemäldereproduktionen für den (bildungs)bürgerlichen Haushalt, die der 1977 geborene Künstler «interpretiert» - etwa indem er sexuell konnotierte, surrealistische Werke durch einen «Akt» aus Barbiepuppen ergänzt. Ein an der Wand hängender «Hingucker» aus 20 einfarbigen Metallskulpturen stammt von Bruno Peinado, der die bunt lackierte Perfektion seiner Arbeit durch «Beschädigung» irritiert: «Jede hat eine andere Delle», beschreibt der Künstler. Entdeckungen kann der Besucher auf der Art Cologne in der jungen Künstlerriege auch abseits des «Open Space» machen. Da ist zum einen das Förderprogramm «New Positions», in dem der Kunstfreund auf den Österreicher Moussa Kone (30) und seine Zeichnungen stößt. Die sind als «bunte Mischung» außerordentlich: Wegen ihrer sakralen Form als Altar oder Triptychon, wegen ihrer kunsthistorischen Anspielungen von Michelangelo bis Lucas Cranach und vor allem wegen ihrer subversiven «Modernität», die thematisch von der Unwirtlichkeit gesichtsloser Städte bis zur Umweltzerstörung reicht. Ebenso amüsant wie nachdenkenswert sind die plakativen Werke der in Berlin lebenden Israelin Zoya Cherkassky, die in einem Koffer «Deutsche Wörter» verstaut wie Rabatt, Bewerbung oder Krankenkasse und auf heimeligen Holzscheiben die deutsche Bürokratie vom Sozial- über das Arbeits- bis zum Ordnungsamt verewigt. Gleichermaßen respektlos wie -voll sind die Fotografien nach Werken der «Künstlerikone» Kasimir Malewitsch der jungen sibirischen Künstlergruppe «Blue Noses»: Das berühmte «Schwarze Quadrat» als pumpernickelige Roggenbrotscheibe. Internet: www.artcologne.de , www.openspace-cologne.com |
























































