| Bulgarischer Maler zeigt die schönen Seiten des Balkans |
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| Dienstag, 28. April 2009 um 07:48 Uhr | ||
Assan, Balkan, Greddy
Der Professor an der Kunstakademie in Sofia hat mit seinem Zyklus «Winde des Balkans» eine ganz neue Seite seines Schaffens aufgeschlagen. Im krassen Gegensatz zum negativen Image der durch Kriege geprägten Balkanregion zeigt Assa in 70 farbenfrohen Aquarellen ihre schönen Seiten. Die Farbwahl mit sattem Gelb, Orange, Rot, Hellgrün und Königsblau dokumentiert das reiche Kulturerbe und die Lebensfreude von Assas Heimatland Bulgarien und dessen Nachbarn Serbien, Mazedonien, Griechenland und der Türkei. Schwingende Derwische, antike Marmorbüsten, Leuchttürme und idyllische Landschaften gehören zu den Akzenten. «Mein Vater stammt aus der Türkei, meine Großmutter aus Griechenland, meine Tante aus Serbien», berichtet Greddy Assa über seinen inspirierenden Familienhintergrund. «Ich will, dass die Menschen mit meinen Augen und meinem Herzen sehen», sagte Assa der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der wohl schillerndste Maler des Landes hofft, seine «Winde des Balkans» auch in den Nachbarstaaten ausstellen zu können. «Das ist das Ergebnis meiner vielen Reisen durch die Balkanländer seit 1996», erläutert der Maler die Hintergründe seiner neuen Werke. «Die Aquarelle entstanden sozusagen auf den Knien während dieser Fahrten.» Er habe sich nicht mit der blutigen Vergangenheit dieses Raums beschäftigen wollen, «für mich waren das vielmehr Reisen in die Zukunft». Bei den Besuchern seiner ersten Ausstellung in Sofia herrschte uneingeschränkte Begeisterung. «Hier ist es doch schön!» und «Ach, wie schön kann der Balkan sein», waren spontane Reaktionen. «Mit diesen Zeichnungen überwindet Greddy die Entfremdung unter den Völkern auf dem Balkan», meint der Medienkritiker Georgi Losanow. Sie seien eine «künstlerische Landkarte der Region». Die vielen Symbole und Akzente geben in der Tat die Kultur, Musik, Küche und Atmosphäre der Region wieder. Greddy Assas Gestalten zeigten, dass der Balkan ein «bunter Standort» ist, meint Literaturprofessor Waleri Stefanow. Nach einer kurzen Ausstellung in Sofia wurden Assas Zeichnungen im April in einer aufwendigen Buchausgabe veröffentlicht. Die Sujets aus dem Balkan zeigen den 1954 in einer jüdischen Familie in der nordbulgarischen Stadt Plewen geborenen Künstler von einer völlig neuen Seite. Bislang war Assa vor allem für expressionistische Bilder bekannt. Einige von ihnen sind im Museum Ludwig in Köln, im Londoner Studio 9, im Jüdischen Museum in Wien, im Holocaust Museum in Washington sowie im US-Museum für europäische Kunst ausgestellt. Auch im Bundestag in Berlin hängt ein Bild von Assa. «Greddy ist ein sehr produktiver und kreativer Maler», schwärmt Verbandspräsident Iwajlo Mirtschew. «Malen ist für ihn ein Trieb.» Deswegen sei er deutlich erkennbar unter den bulgarischen Malern, die in Westeuropa immer bekannter werden. 20 Jahre nach der politischen Wende fehle es nicht mehr an Freiheit oder Werkstoffen. Doch im postmodernen Zeitalter, in dem alles erlaubt ist, seien viele Werte unklar, meint Mirtschew. Er selbst malt am liebsten Landschaften und ist der «traditionellen Malerei treu geblieben». |
























































