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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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KZ-Gedenkstätte ehrt Architekt Franz Ehrlich PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 02. August 2009 um 14:14 Uhr

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Weimar (dpa) - Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erinnert seit Sonntag an den Bauhaus-Schüler und Widerstandskämpfer Franz Ehrlich (1907-1984). Es sei an der Zeit, diesen «stillen Helden» des Widerstands endlich in Deutschland gebührend zu würdigen, sagte Gedenkstätten-Direktor Volkhard Knigge zur Ausstellungseröffnung im Neuen Museum. Als einer der wenigen antifaschistischen Widerstandskämpfer des Bauhauses habe er sich «nicht aufgegeben und brechen lassen.» Im Mittelpunkt steht das schmiedeeiserne Lagertor Buchenwalds mit der zynischen Inschrift «Jedem das Seine». Der KZ- Häftling Ehrlich hatte sie 1938 im Auftrag der SS entworfen, die Buchstaben jedoch im Bauhausstil gestaltet.   

 

Für Knigge ist dieser Rückgriff auf die von den Nazis verfemte moderne Kunst ein Akt des bewussten Nein-Sagens und des Widerstands eines jungen Deutschen. Die Ausstellung im Jubiläumsjahr 90 Jahre Bauhaus ist bis zum 11. Oktober geöffnet, der Eintritt frei. Erst vor wenigen Jahren stießen Mitarbeiter der Gedenkstätte auf Spuren, dass der Kommunist, Dessauer Bauhaus-Schüler und spätere Mitarbeiter von Walter Gropius die Inschrift entworfen hat, die nur vom Lagerinneren zu lesen ist. «Auf dem Ettersberg hat niemand Bauhaus gesucht», sagte Knigge.   

 

Die Sonderausstellung «Franz Ehrlich. Ein Bauhäusler in Widerstand und Konzentrationslager» will deshalb auch das Doppelbödige, Ambivalente und Janusköpfige der Moderne in den Blickpunkt rücken. Knigge: «Wir gehen heute selbstverständlich davon aus, Moderne und Nationalsozialismus, Moderne und Totalitarismus schließen sich aus.» Dass dies nicht so ist, zeigten Bauten im Italien Mussolinis und der Sowjetunion unter Stalin.   

 

Das Lagertor von Buchenwald hebe sich durch die bewusste Gestaltung und Ausführung in anderen Konzentrationslagern etwa Dachau und Auschwitz ab. «Die Lagertore mussten funktionieren und erniedrigen.» Es ist in der Ausstellung im Original als Zeichen der Selbstbehauptung und des Widerstands eines deutschen politischen Häftlings zu sehen. Die Ausstellung beginnt jedoch mit dem Modell einer stilisierten Guillotine. Ehrlich entwarf sie 1939 im Lager Buchenwald. Es ist der früheste Entwurf für ein Buchenwald-Denkmal und vermutlich der früheste Entwurf für ein Denkmal an die Verfolgten des Nationalsozialismus überhaupt - Jahrzehnte vor einer breiteren Diskussion um angemessene Denkmalformen zur Erinnerung an NS- Verbrechen.   

 

Die Ausstellung widmet sich zudem einem bisher kaum beleuchteten Aspekt: den Bauhaus-Schülern und Meistern im Widerstand und denen, die wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und ermordet wurden. Bisher sind nur wenige Dutzend Namen bekannt.   

 

Den Rundgang schließt eine Medieninstallation zum Rundfunkhaus ab, das Ehrlich, einer der führenden Architekten und Gestalter in der DDR, in der Nalepastraße in Berlin-Schöneweide entworfen hat. Sie ist zugleich eine Hommage an einen Mann, der laut Knigge auch in der DDR zu sich selbst gestanden hat, «völlig gegen den Zeitgeist und der Großwetterlage.» Ehrlich selbst hat als Credo seines Lebens gesagt: «Ich wollte nicht Architekt, Formgestalter, Bildhauer, Maler oder Grafiker, sondern Bauhäusler werden, um am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitarbeiten zu können».



Tags: bauhaus  
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