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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Hilmar Hoffmann - der «überparteiliche Kulturpolitiker» PDF Drucken E-Mail
Montag, 03. August 2009 um 04:43 Uhr

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Von Thomas Maier, dpa

 

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit über 15 000 Büchern umgibt sich Hilmar Hoffmann in seinem geräumigen Domizil - einem umgebauten Forsthaus - am Frankfurter Stadtwald. Jedes Jahr kommen neue hinzu, davon regelmäßig eines von Hoffmann selbst. Im Alter von fast 84 Jahren mischt Hoffmann, der als Frankfurter Kulturdezernent und Präsident des Goethe-Instituts die Kulturpolitik in 60 Jahren Nachkriegsdeutschland mitgeprägt hat, immer noch kräftig mit. In wenigen Wochen veröffentlicht er sein neues Buch über das Frankfurter «Museumsufer», das mit Hoffmanns Namen untrennbar verbunden ist.   

 

Es war der Sozialdemokrat Hoffmann, der nach seinem Amtsantritt 1970 in Frankfurt mit seiner Forderung nach «Kultur für alle» Geschichte machte. Außer der «Hochkultur» förderte Frankfurt vor allem die breite Bildung. «Innerhalb von zwei Jahren haben wir zwölf Stadtteilbibliotheken eröffnet», erinnert sich Hoffmann an seine Zeit unter SPD-Oberbürgermeister Rudi Arndt. Mit dessen Nachfolger Walter Wallmann von der CDU verstand sich Hoffmann aber mindestens genauso gut - unter Wallmann konnte er in den 80er Jahren das «Museumsufer» verwirklichen. Frankfurt gab pro Einwohner soviel Geld aus für die Kultur wie keine andere Stadt in Europa - und die über 20 Museen am Main gelten heute bundesweit als Markenzeichen der Stadt.   

 

Er habe sich immer als «überparteilicher Kulturpolitiker» verstanden, sagt Hoffmann. Allerdings ging den liberalen kulturellen Leitlinien, die heute unter den großen Parteien Konsens sind, ein hartes Stück Arbeit voraus. So gehörte im konservativen Mief der Adenauer-Zeit der Kampf gegen die Zensur in Film und Theater noch zum Alltag. Auch in Frankfurt nahm Ende der 60er Jahre Schauspiel- Intendant Harry Buckwitz, der von der CDU wegen seiner Liebe für die Stücke von Bertolt Brecht angefeindet wurde, entnervt seinen Hut.   

 

Es war zu jener Zeit, als sich Hoffmann mit seinem Engagement für den ausländischen und deutschen Autoren-Film in Oberhausen bundesweit profilierte. Filmemacher wie Alexander Kluge oder Edgar Reitz kamen zu dem Festival ins Ruhrgebiet. Und Hoffmann, Sohn eines Bremer Kaufmanns, zeigte schon damals beachtliches Geschick beim Marketing. Zur Eröffnung des Festivals lud er in die siebte Sole eines Bergwerks ein. «Der Film war aber nur drei Minuten lang», sagt Hoffmann verschmitzt.   

 

Später lockte er die Bergarbeiter zu Uraufführungen von Stücken von Peter Handke - mit dem Versprechen von anschließenden Beat- Konzerten. Letztlich ist auch Hoffmann nicht die Versöhnung zwischen Hoch- und Pop-Kultur gelungen. Aus seiner Sicht sind daran aber die Schulen schuld: «Die ästhetische Erziehung muss in der Grundschule beginnen, um Kindern Musik und Kunst schon im frühen Alter beizubringen.»   

 

Als Präsident des Goethe-Instituts kämpfte Hoffmann von 1993 bis 2002 für die deutsche Kultur im Ausland. «Unter Helmut Kohl hatten die Goethe-Institute noch Luft», lobt Hoffmann den CDU-Bundeskanzler. Dieser schaute auf seinen Auslandsreisen auch gerne persönlich mal in den Goethe-Dependancen vorbei. Missfallen habe er nur dann geäußert, wenn er dabei auf zu viele «linke Zeitungen» gestoßen sei, schmunzelt Hoffmann. Mit seinem Genossen Gerhard Schröder legte sich der Goethe- Präsident dann regelrecht an. Der SPD-Kanzler wollte angesichts der Ebbe in den öffentlichen Kassen 22 Institute schließen. Elf konnten dann doch erhalten werden, freut sich Hoffmann über seinen Erfolg.   

 

Hoffmann ist sich bewusst, dass die heutige Mediengesellschaft mit unzähligen TV-Programmen und dem allgegenwärtigen Internet das Kulturgefüge komplett verändert hat und noch weiter verändert. Intellektuelle oder Schriftsteller spielen in den großen Debatten heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Und aus der einstigen Streitkultur wurde eine Konsumkultur, die von Ausstellungen bis zu Konzerten ohne große «Events» und privates Sponsoring nicht mehr auskommt. Damit kann Hoffmann aber gut leben. «Die Städte können jedoch nicht sagen: Wir zahlen die Grundkosten und den Rest übernehmen die Sponsoren», findet er. Es sei «die verdammte Pflicht und Schuldigkeit» der Kommunen, auch Ausstellungen zu finanzieren.   

 

Gegen Popkultur hat der 83-Jährige ebenfalls nichts einzuwenden - auch wenn er selbst ein Anhänger der klassisch-bürgerlichen Kultur geblieben ist. Sein letztes Buch war «Frankfurts Stardirigenten» gewidmet. Die 500 Seiten über sein neues Werk zum Museumsufer hat er - wie immer - mit der Hand geschrieben. Hoffmann hat kein Handy und kein Zugang zum Internet. Immerhin ragt in seinem Arbeitszimmer unter all den Büchern auch ein Computer-Monitor hervor. Den habe er sich jedoch nur wegen seiner Enkel angeschafft, meint Hoffmann.



Tags: hoffmann  
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