| Drehbuch des Zeichners - Mueller-Stahl im Museum |
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| Freitag, 14. August 2009 um 12:47 Uhr | ||
Düsseldorf (dpa/lnw) - Deutschlands Hollywood-Star Armin Mueller- Stahl als sensibler Zeichner: Mit Übermalungen seines «Buddenbrooks»- Drehbuches präsentiert sich der Filmschauspieler jetzt in Düsseldorf. Die 173 Blätter sind ab Samstag (bis 27. September) im NRW-Forum der Landeshauptstadt zu sehen. Der weltbekannte Kino-Künstler hatte während der mehrmonatigen Dreharbeiten zur Neuverfilmung des Thomas- Mann-Romans (Regie: Heinrich Breloer) sein Skript mit insgesamt 357 Zeichnungen und Aquarellen gefüllt. «Das ist viel Warten - und auch viel unnötiges Warten», sagte Müller-Stahl am Freitag in Düsseldorf. Anfang vergangenen Jahres hatte der bald 80-jährige Künstler, der bereits mehrfach seine Malereien ausgestellt hat, auch die «Buddenbrooks»-Zeichnungen öffentlich gemacht.
«Kein Regisseur kann mir hineinreden, wenn ich male. Ich bin alles selbst: Regisseur, Gaukler, alles in einer Person», begründete der Schauspieler sein besonderes Interesse an der Kunst. Oft fange er am Morgen zu malen an («Es ist ein sehr intensiver Vorgang.») und plötzlich sei es Nachmittag: «Die Zeit ist dann aus meinem Kopf.»
Die mal karikaturhaften Porträts oder nahezu abstrakten Farbkompositionen, die manchmal den gesamten Drehbuchtext überdecken, nannte der Schauspieler eine «Notiz der Gefühle»: Der Betrachter habe sie nun zu entschlüsseln - «war es ein guter Tag, war es ein schlechter Tag?»
Zu sehen sind dann im nervösen Tuschestrich nicht nur feinfühlige Porträts etwa von Thomas Mann, des Regisseurs Breloer oder gar - vor himmelblauem Hintergrund - das Antlitz Goethes. Einzelne Blätter scheinen auch direkt Bezug zu Manns Romantext zu nehmen: «Die Planen, die den Markt am Sonntag abdecken, klappern im Luftzug», heißt es im Drehbuch unter zwei bedrohlich schwarzen, flatternden Tusche-Flächen. Als politische Anspielung ein schwarzes Stoiber- Profil über blutrotem Farbfleck. Die Handschrift des Zeichners: «Stoibers Wunden sind sicherlich tiefer als meine.»
Sechs ebenfalls zu sehende Gemälde der jüngeren Zeit haben das Leitthema «Abschied»: So verweise das Motiv «Sechs Stühle» mit den in einem grauen Nebel verschwindenden Sitzmöbeln auf seine DDR- Vergangenheit, schilderte Mueller-Stahl. Nach Einblick in seine Stasi-Akte sei ein Gutteil der Stühle, auf denen er seine Freunde sah, wegen Verrats leergeblieben.
Vor seinen «Buddenbrook»-Zeichnungen gibt sich der auch als Musiker bekannte Mueller-Stahl nach ungezählten gefeierten Filmrolle bescheiden: «Ich weiß gar nicht, ob es meine erste Begabung ist, die Schauspielerei. Es ist mein Handwerk geworden; ich kann es jetzt.» |
























































