| Zoff um «Leipziger Schule»: Rektor kontra Rauch |
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| Samstag, 15. August 2009 um 06:24 Uhr | ||
Von Sophia-Caroline Kosel, dpa (Mit Bild)
Leipzig (dpa) - Riesen-Zoff in der Brutstätte der «Leipziger Schule»: In einer emotionsgeladenen Pressekonferenz hat der Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), Joachim Brohm, am Freitag die scharfe Kritik des Malers und Professors Neo Rauch an der Berufung seines Nachfolgers zurückgewiesen. Die «befremdenden Vorwürfe» seien «in höchstem Maße unberechtigt» und würden «auf das Entschiedenste zurückgewiesen»«, heißt es in einer von Brohm verlesenen zweiseitigen Erklärung. «Rauch hat auf die Chance, den Studiengang Malerei/Grafik und die Lehre in einer Klasse nachhaltig prägen zu können, nach kurzer Zeit aus eigenem Entschluss verzichtet. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.»
Rauch, berühmtester Vertreter der «Neuen Leipziger Schule», hatte seine Professur nach drei Jahren abgegeben und Wunschnachfolger benannt; etwa den Belgier Michael Borremans. Eine Berufungskommission entschied sich aber für den Kölner Heribert C. Ottersbach. «Wir lassen uns von niemandem vorschreiben, wer hier auf welche Stelle berufen wird», sagte Brohm. «Ich handle nach Recht und Gesetz!»
«Es lohnt sich nicht mehr», an diese Schule zu kommen, sagte Ex- Rektor Arno Rink, dessen Malereiklasse Rauch übernommen hatte, der dpa danach am Telefon. «Wir hatten in der Malerei eine gute Zeit.» Die sei nun zu Ende. «Ich habe Rauch gesagt: "Es hat keinen Zweck, zu trauern. Du hättest an der Schule bleiben und Rektor werden müssen".»
Eigentlich sollte am Freitag der Künstler Ottersbach der Presse präsentiert werden. Doch wenige Tage zuvor gab Rauch Interviews - was er selten tut. Darin warnte er vor einem Aus für die traditionelle Leipziger Malerei und warf der Hochschulleitung Kungelei vor, da Ottersbach ein Freund des Rektors sei. Dies bestätigt auch Rink. Nach der Rauch-Kritik geriet die Pressekonferenz zur Verteidigungs-Runde.
An Hochschulen würden keine Erbhöfe mehr verteilt, sondern Berufungskommissionen eingesetzt, sagte Brohm. Er selbst sei kein Mitglied dieses Gremiums gewesen. Kommissions-Leiter Ingo Meller berichtete von zunächst 38 Bewerbungen auf die Rauch-Stelle. «Leider war nur eine qualitativ so, dass man sie annehmen konnte.» Die sei aber nicht von Ottersbach gewesen. Dann seien weitere sieben Persönlichkeiten eingeladen und um eine Bewerbung gebeten worden, von denen sich drei überreden ließen. Einen Brief der Studenten Rauchs, die sich Borremans wünschten, habe Brohm abgelehnt. Der Diktus des Briefes habe sehr nach Rauch geklungen, sagte er am Freitag.
Mit der Berufung von Ottersbach kommen nun drei der vier Malereiprofessoren aus Köln. Rink spricht von Klüngel. «Ich hab mich um die Stelle erst überhaupt nicht beworben. Zunächst würde ich sagen, Borremans ist ein guter Künstler», so Ottersbach. Er wolle den Leipziger Studenten seinen Stil nicht aufzwingen, sagt der Kölner, dessen Arbeiten oft zusammen mit Werken der «Neuen Leipziger Schule» ausgestellt werden. Die Stile ähneln sich. «Ich bin durch und durch ein figürlich-gegenstandsbezogener Maler.» Er wolle in erster Linie die Studenten «fit machen für den darwinistischen Kunstbetrieb». |
























































