| Ausstellung zeigt das «Bauhaus am Kiosk» |
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| Samstag, 15. August 2009 um 20:01 Uhr | ||
Weimar (dpa/th) - Der Einfluss des Bauhauses auf die moderne Zeitschriften-Gestaltung steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im Weimarer Bauhausmuseum. Die am Sonntag eröffnete Schau widmet sich der von 1929 bis 1943 erschienenen Zeitschrift «die neue linie», die als herausragende Lifestyle-Illustrierte ihrer Zeit galt. Vor allem die Bauhaus-Künstler László Moholy-Nagy und Herbert Bayer prägten das Erscheinungsbild des Magazins, das Themen wie Mode, Reisen, Architektur, Innenraum-Gestaltung und Koch-Tipps behandelte.
Die Zeitschrift sei damals durch neue Typographie, klare Formen, schnörkellose Schrift und dramatische Fotomontagen aufgefallen, teilte die Klassik-Stiftung mit. Experten bezeichneten die Bildsprache der 70 Jahre alten Illustrierten, die in einer Auflage von 40 000 Stück für eine Reichsmark am Kiosk verkauft wurde, als erstaunlich aktuell. So habe sie sich damals schon durch Kleinschreibung, große Fotos, angeschnittene Fotomotive und asymmetrisch gestaltete Doppelseiten ausgezeichnet.
Neben der Kunst bietet die Ausstellung laut Klassik Stiftung auch einen Einblick in das Lebensgefühl der 1930er Jahre. Das Stadtmuseum Weimar habe beispielsweise seine Sammlung mit Mode der dreißiger Jahre zur Verfügung gestellt. Auch die Rolle der Zeitschrift in der Nazizeit wird thematisiert: Nach 1933 blieb «die neue linie» weitgehend von Repressalien verschont, weil sie «als schöngeistiges Alibi einer weitgehend gleichgeschalteten Nazipresse diente», wie es in der Mitteilung heißt.
Die Ausstellung mit dem Untertitel «Das Bauhaus am Kiosk» hat der Erfurter Kommunikationswissenschaftler Patrick Rösler gemeinsam mit Studenten der Erfurter Universität erarbeitet. Die Schau, die 2007 im Bauhaus-Archiv Berlin zu sehen war, wurde ergänzt und wird nun bis zum 8. November in Weimar gezeigt. Tags: ausstellung bauhaus
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