| Streit um Umzug von Gemäldegalerie auf Museumsinsel |
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| Mittwoch, 19. August 2009 um 05:05 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Streit um den langfristig geplanten Umzug der Berliner Gemäldegalerie Alter Meister vom Kulturforum am Potsdamer Platz zur Museumsinsel: Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz zeigten sich am Dienstag «verwundert» über jüngste Äußerungen des Generaldirektors der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Michael Eissenhauer. Zugleich erhielt der Museumschef aber auch Rückendeckung von seinem unmittelbaren Vorgesetzten, dem Stiftungspräsidenten Hermann Parzinger.
Eissenhauer hatte in einem Interview («B.Z.») gesagt, dass die Gemäldegalerie «auf absehbare Zeit nicht auf die Insel ziehen» werde. «Im Moment ist niemandem verständlich zu machen, für 50 Millionen Euro eine neue Gemäldegalerie bauen zu wollen und für den Umbau der alten 20 Millionen zu brauchen.» Die Preußen-Stiftung wird vom Bund, Berlin und den übrigen Ländern getragen. Neumann ist Vorsitzender des Stiftungsrates.
Bisher habe Neumann den Eindruck gehabt, wie sein Sprecher der dpa sagte, «dass die Verlagerung der Gemäldegalerie ein dringlicher Wunsch der Stiftung war, für die er auch öffentlich seine Sympathie bekundet habe. «Sollten sich neue Entwicklungen abzeichnen, müsste sich damit der zuständige Stiftungsrat befassen», betonte der Staatsminister, der auch Stiftungsratsvorsitzender ist.
Parzinger meinte am Dienstag, es sei «vordringlich, die Gemäldegalerie an ihrem derzeitigen Standort zu stärken». Die Verknüpfung von Gemäldegalerie und Bode-Museum, also die gemeinsame Präsentation von Malerei und Skulptur nach der Idee von Wilhelm von Bode auf der Museumsinsel, sei allerdings «das Idealbild», sagte Parzinger in einer der dpa übermittelten Stellungnahme. «Dafür gibt es aber noch keinen gesicherten finanziellen wie zeitlichen Rahmen.» Die Stiftung diskutiere intern bereits seit geraumer Zeit die Frage, wie das Kulturforum am Tiergarten als dritter Standort neben Museumsinsel und dem künftigen Humboldt-Forum im Berliner Schloss «profiliert werden kann». Die verschiedenen Optionen müssten mit dem Stiftungsrat erörtert werden.
Der 145 Millionen Euro teure Neubau der Gemäldegalerie mit 1400 Bildern von Malern wie Rembrandt, Rubens, Tizian, Cranach, Caravaggio, Holbein und Raffael war noch vor dem Fall der Mauer geplant worden. Seit der Wiedervereinigung ist er nach Meinung vieler Experten am falschen Standort in der Hauptstadt.
Kritisch hatte sich zu Eissenhauers Vorstoß außer Neumann auch der Berliner Kulturstaatssekretär Schmitz geäußert. Seiner Ansicht nach sollte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz an den Plänen festhalten, die Gemäldegalerie auf die Museumsinsel zu verlagern. Schmitz zeigte sich von den Äußerungen Eissenhauers überrascht und teile sie auch nicht, sagte er der dpa.
«Es war ein sinnvoller Plan des früheren Generaldirektors Peter- Klaus Schuster, die Kunst des 19. Jahrhunderts und davor wieder im historischen Kontext auf der Museumsinsel zu vereinen und am Kulturforum am Potsdamer Platz die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zu präsentieren. Das ist der große Generalplan eines "Universalmuseums" für die Berliner Museumslandschaft und der hat von seiner Bedeutung auch nichts verloren.» Für den Umzug der Gemäldegalerie hatten sich früher neben Parzinger sein Vorgänger Klaus-Dieter Lehmann wie auch der Direktor der Galerie, Bernd W. Lindemann, ausgesprochen. Tags: gem
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