| Hessiale: Geschlossene Gesellschaft der Schöngeister |
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| Donnerstag, 20. August 2009 um 13:47 Uhr | ||
Von Jörn Perske, dpa
Hanau (dpa/lhe) - Unter der Decke hängende Installationen mit medizinischen Kunststoff-Korsetts, über einem kleinen See im Schlossgarten schwebende Frauenkleider aus Draht und reichlich Malerei - die Hessiale 2009 zeigt von Sonntag an in Hanau ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst. Vier Wochen lang können 20 von einer Expertenjury ausgesuchten Künstler ihre Werke in der Main-Kinzig- Stadt östlich von Frankfurt ausstellen. Das Interesse, das Geschaffene zu präsentieren, war groß. Mehr als 150 Bewerber wurden vorstellig. Ärger gab es im Vorfeld mit abgelehnten Schöngeistern. Aus Protest veranstalten 37 von ihnen nun parallel eine eigene Ausstellung bis zum 2. September. «Es ist ganz normal, dass das Ergebnis der Arbeit einer Jury umstritten ist», wiegelte der Hanauer Kulturbeauftragte Klaus Remer am Donnerstag ab.
Bemerkenswert ist auch, dass die Türen nicht allen potenziellen Bewerbern offen standen. Nur Mitglieder des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) wurden akzeptiert. Man wolle Anreize schaffen dem Verband beizutreten, und die Mitglieder belohnen, erklärte der stellvertretende BBK-Landesvorsitzende Wladimir Olenburg den Modus. Dennoch dürfte die Auswahl einen Querschnitt der Kunstschaffenden in Hessen repräsentieren. Bundesweit zählt der BBK als auch politisch aktive Berufsorganisation rund 10 000 Mitglieder. Damit ist er nach eigenen Angaben der größte Künstlerverband Europas. In Hessen sind 500 Künstler unter dem Dach der Interessengemeinschaft.
Für Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) spielen umstrittene Jury-Entscheidungen und eingeschränkte Auswahlverfahren keine Rolle. Er freut sich, dass seine Stadt nun vorübergehend das «Kunst-Mekka» in Hessen ist. In der Tat durften sich noch nicht viele Städte damit schmücken, Gastgeber der Landeskunstausstellung zu sein. Sie wird erst zum fünften Mal ausgetragen. Vorher war sie in Wiesbaden (1994, 1998), Gießen (2002) und Kassel (2005) zu Gast.
Die über Förderer finanzierte Ausstellung hat ein Budget von rund 55 000 Euro. Hanaus Rathaus-Chef Kaminsky betonte, dass es gerade in Zeiten der Finanzkrise wichtig sei, mit dem Engagement für Kunst und Kultur nicht nachzulassen. Für Unmut sorgte bei den Organisatoren, dass bislang zu wenig Geld vom zuständigen Ministerium aus Wiesbaden gekommen ist. Man habe noch nicht das erhalten, was man beantragt habe, sagte Olenburg. Der stellvertretende BBK-Landesvorsitzende kritisierte, dass Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) nicht zur Ausstellungseröffnung am Sonntag (17.00) sondern erst am 27. August kommen will.
Zu sehen bekommt die Ministerin bei ihrem Besuch aber einige interessante Werke. Nicht nur in den Licht durchfluteten Foyers des Congress Parks sondern auch nebenan im Schlossgarten. Uwe Wagner, Künstlername Ariel, hat auf eine Wiese eine Installation aus neun rot-weißen Pylonen gestellt. «Solche Werke sollen die Aufmerksamkeit der Fußgänger wecken, und sie zu einem Besuch der Ausstellung animieren», sagte die Landesgeschäftsführerin des BBK, Monika Golla, die selbst mit Videoinstallationen vertreten ist. Vom 4. September an eröffnet neben dem Congress Park auch eine Sonderausstellung zu Schmuck und Kleinplastiken im benachbarten Deutschen Goldschmiedehaus.
(Öffnungszeiten: täglich 9.00 bis 17.00 Uhr; geschlossen 11. bis 13. September und 18./19. September. Im Congress Park Hanau und Schlossgarten Eintritt frei, Sonderausstellung Schmuck/Kleinplastik im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau vom 4. bis 20. September 2,50 Euro (ermäßigt 1,50 Euro) ) |
























































