| Kunstquartier Hagen: Neue Räume für die Kunst |
|
|
|
| Mittwoch, 26. August 2009 um 17:44 Uhr | ||
Hagen (dpa) - Neue Räume für die Kunst: Im westfälischen Hagen öffnet an diesem Freitag ein neues Museum für die farbgewaltigen Werke des Malers Emil Schumacher (1912-1999). Gleichzeitig wird das benachbarte Osthaus Museum mit den Schwerpunkten klassische Moderne und zeitgenössische Kunst nach Erweiterung und Grundsanierung wiedereröffnet. Die beiden Häuser bilden künftig das «Kunstquartier Hagen». Um- und Neubau dauerten über drei Jahre und kosteten rund 26 Millionen Euro. In der Kunstgeschichte ist Hagen keine unbekannte Stadt: Vor rund 100 Jahren war sie mit dem «Hagener Impuls» eine bedeutende Metropole der Jugendstilepoche.
Der Hagener Emil Schumacher gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine oft leuchtend farbigen Werke, durchbrochen durch schwarze Linien oder Formen, hängen in den wichtigsten Kunstmuseen der Welt.
Als einen «ersten Prolog der Kulturhauptstadt Ruhr» bezeichnete am Mittwoch in Hagen Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen die Eröffnung des neuen Kunstquartiers. Das Quartier sei ein wichtiger Eckpfeiler der neuen Museumslandschaft in der Metropole Ruhr.
Die Sammlung des Schumacher Museums geht auf eine Stiftung des Sohnes Ulrich Schumacher zurück. Sie umfasst 88 Ölgemälde, 200 Gouachen, Grafiken, relativ unbekannte «Reisebilder» sowie selten gezeigte Keramiken, Bilder auf Porzellan und Malereien auf Schiefer. Rund 100 Werke aus dem Besitz der Stadt Hagen kommen hinzu. Zur Eröffnung gibt es bis Januar 2010 Schumacher «pur» unter dem Titel «Material als Motiv». Entworfen wurde der mit einer Glashülle ummantelte, rechteckige Sichtbetonbau vom Mannheimer Architekturbüro Lindemann. Er verfügt über 1050 Quadratmeter Ausstellungsfläche.
Das erweiterte Osthaus Museum kann seine Kunst nun auf 2440 Quadratmetern zeigen. Die Sammlung umfasst unter anderem rund 1000 Gemälde, darunter Arbeiten von Kirchner, Feininger und Beckmann. Zur Eröffnung gibt es vom 30. August an zwei Sonderausstellungen. Präsentiert werden rund 300 Werke des Westfälischen Expressionisten Christian Rohlfs (1849-1938), der jahrzehntelang im Museum lebte und arbeitete. Außerdem sind Arbeiten des Hagener Lyrikers und Malers Ernst Meister (1911-1979) zu sehen.
Mit der Wiedereröffnung des Osthaus Museums hat Direktor Tayfun Belgin eine Neuausrichtung des städtischen Hauses vorgenommen. Stärker als früher sollen sich nun die Bürger der schuldengeplagten Industriestadt für die Kunst begeistern. Eine eigene Abteilung «Junges Museum» will vor allem Jugendlichen Kunst mit allen Sinnen vermitteln. |
























































