| Bochumer 2010-Projekt aus Geldmangel vor Scheitern |
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| Dienstag, 01. Dezember 2009 um 17:45 Uhr | ||
Bochum (dpa) - Das zentrale Bochumer Projekt zum Kulturhauptstadtjahr 2010 «Platz des europäischen Versprechens» steht wegen der Finanznot der Ruhrgebietsstadt vor dem Scheitern. Der Konzeptkünstler Jochen Gerz wollte 20 bis 25 Basaltplatten von 5,4 mal 3,8 Meter Größe auf einem Bochumer Innenstadtplatz und in der anliegenden Christuskirche installieren. In die Platten sollten die Namen von Menschen eingraviert werden, die ein - geheim gehaltenes - Versprechen für Europa abgeben. Nachdem die Stadt aus Geldmangel für die nötige Platzsanierung eine abgespeckte Sparversion beschlossen hatte, kündigte Gerz in einem am Dienstag bekanntgewordenen Offenen Brief aber seine Zusammenarbeit auf.
Die im Stadtrat beschlossene Platzplanung sei nicht mit seinem künstlerischen Auftrag vereinbar, schreibt Gerz. In der jetzigen Form mache die Planung das Projekt unmöglich. Konkret geht es unter anderem um den Bodenbelag: Ursprünglich war Natursteinpflaster vorgesehen, mittlerweile will die Stadt für Teile des Platzes nur noch eine «wassergebundene Decke», die an Split auf Parkwegen erinnert. Gerz verlange auch, dass die Stadt die Finanzierung aller Platten übernimmt, sagte der Bochumer Kulturdezernent Michael Townsend (SPD). Bisher zahlt Bochum nur zwei Platten, eine ist bereits in der Christuskirche installiert.
Für diesen Mittwochabend habe Gerz um einen Gesprächstermin gebeten, sagte Townsend. Die Stadt rechne mit Mehrkosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro durch die Forderungen des Künstlers. «Wenn er verlangt, dass wir 2 Millionen Euro auf den Tisch legen, ist das Projekt gestorben.» Diese Auffassung werde im Stadtrat fraktionsübergreifend geteilt, sagte der Kulturdezernent. «Wir haben die schwerste kommunale Finanzkrise seit dem Krieg.» |
























































