| Eissenhauer: Kulturforum als «zweite Museumsinsel» stärken |
|
|
|
| Donnerstag, 03. Dezember 2009 um 13:15 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Das Berliner Kulturforum unweit des Potsdamer Platzes sollte nach Ansicht des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, als «zweite Museumsinsel» gestärkt werden. «Das ist der Ort für die "Galerie des 20. Jahrhunderts". Das müssen wir als Erkennungsmarke allerdings noch ausbauen und profilieren», sagte Eissenhauer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir müssen das Kulturforum so attraktiv machen, dass Touristen einen zwingenden Grund haben, unbedingt dort hinzugehen.»
Er sehe das Kulturforum mit der Philharmonie als «einen Raum der europäischen Kultur», nicht nur mit den Zeugnissen der Gemäldegalerie, des Kunstgewerbemuseums oder der Kunstbibliothek, sondern vor allem im Zusammenspiel und Demonstration der europäischen Kulturgeschichte», betonte der Museumschef. «Hier ist das Phänomen der Massenproduktion dokumentiert, des Drucks, des Propagierens neuer Ideen wie Reformation und Aufklärung, das kann man an diesem Ort erzählen, in einem Kosmos, wie er weltweit nicht dichter existiert, um europäische Kultur- und Kunstgeschichte zu erzählen.» Also gehöre natürlich auch das bisher in Dahlem angesiedelte Museum Europäischer Kulturen dort hin.
«Wir brauchen einen Ort für unsere "Galerie des 20. Jahrhunderts"», betonte Eissenhauer. «Wir haben die Galerie des 19. Jahrhunderts und das Haus des 21. Jahrhunderts, aber das 20. Jahrhundert ist noch ortlos. Wir alle, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, der Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann und ich sind fest davon überzeugt, dass der beste Ort, um die Kunst des 20. Jahrhunderts zu präsentieren, das Kulturforum ist, das mit dem Mies-van-der-Rohe-Bau der Neuen Nationalgalerie symbolisch wie kein anderer Ort auf der Welt mit der Architektur des 20. Jahrhunderts verbunden ist.»
Zur Zukunft der Gemäldegalerie am Kulturforum meinte Eissenhauer: «Sie gehört in das Gesamtpanorama unserer Museumsvisionen, und dafür muss es eine Querverbindung zur Museumsinsel geben, und dieser Link ist der Museumsdirektor Wilhelm von Bode. Es ist mein Ziel gemeinsam mit dem Direktor der Gemäldegalerie, Bernd Lindemann, auch Bode zu realisieren, das heißt, die integrierte Ausstellung von Skulptur, Malerei und Teilen des Kunsthandwerks. Dazu brauchen wir neue Ausstellungsflächen auf den Museumshöfen» an der Museumsinsel.
Lindemann hat sich für einen Umzug der Gemäldegalerie auf die Museumsinsel ausgesprochen, wobei er sich auch auf Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), der Stiftungsratsvorsitzender beim Preußischen Kulturbesitz ist, beruft. Der Neubau könnte auf dem ehemaligen Kasernengelände gegenüber dem Bodemuseum errichtet werden.
Gespräch: Wilfried Mommert, dpa |
























































