| Verkauf der Holbein-Madonna vertagt |
|
|
|
| Donnerstag, 03. Dezember 2009 um 13:16 Uhr | ||
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Verhandlungen über den Verkauf eines der bedeutendsten Renaissance-Kunstwerke in Deutschland, der sogenannten Holbein-Madonna, sind wegen des zu niedrigen Angebots ins Stocken geraten. Das Gemälde gehört einer Erbengemeinschaft um das Adelshaus von Hessen und sollte an ein Konsortium um das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt veräußert werden. Die Erbengemeinschaft hat dem Land Hessen und dem Städel nach eigenen Angaben vom Mittwochabend mitgeteilt, dass sie eine Fortsetzung der Verkaufsgespräche zur Zeit nicht für aussichtsreich hält.
Das Konsortium um das Städel hat nach diesen Angaben zu wenig für das Bild «Die Madonna mit der Familie des Bürgermeisters Jakob Meyer» geboten. «Letztlich blieb jedoch die Kaufpreisindikation ... derart substanziell hinter dem Verkehrswert des Bildes zurück, dass weitere Verhandlungen auf dieser Basis nicht zu verantworten waren», teilte der Hamburger Rechtsanwalt der Erbengemeinschaft, Ulf Renzenbrink, mit.
Eine Sprecherin des Städels bestätigte am Donnerstag, dass das Konsortium das Gemälde für 40 Millionen Euro erwerben wollte. Ein privater Interessent soll nach Medienberichten allerdings 60 Millionen Euro geboten haben. Dieser Betrag könnte das sein, was «etwa national zu erreichen ist», sagte der Direktor der Hausstiftung, Ralf Brackmann, am Donnerstag mit Blick auf einen Verkauf an andere Interessenten.
Am freien Markt könne «man sicher eine andere Summe erzielen» als die 40 Millionen Euro, meinte Städel-Sprecherin Dorothea Apovnik. Anwalt Renzenbrink sagte am Donnerstag dagegen, die genannte Summe von 40 Millionen Euro sei ihm «etwas schleierhaft». Es sei nie so ein Angebot gemacht worden. Andere Interessenten gebe es zwar, er machte aber keine konkreten Angaben.
Nach Angaben der Hausstiftung hat die Erbengemeinschaft um Prinz Donatus von Hessen entschieden, die Stiftung mit 43 Prozent an dem Verkaufserlös des Bildes zu beteiligen. Brackmann betonte, die Aufgaben der Stiftung - wie die Unterhaltung von Kulturgütern und in der Denkmalpflege - seien ebenso wie eine 2014 fällige Erbersatzsteuer nicht aus dem laufenden Wirtschaftsbetrieb der Stiftung zu finanzieren. Als Erbersatzsteuer seien «weit mehr als zehn Millionen Euro» nach dem alten Erbschaftssteuerrecht zu zahlen. Wie hoch der Betrag nach dem seit Jahresbeginn gültigen neuen Recht ausfalle, könne er nicht sagen: «Wir hoffen, dass wir auf weniger kommen.».
An die «Erbengemeinschaft nach Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein» sollten 57 Prozent des Verkaufserlöses gehen. Die Hausstiftung ist eine Kulturstiftung des Adelshauses Hessen, dem die regierenden Landgrafen, Kurfürsten und Großherzöge von Hessen entstammen. Dem Konsortium um das Städelsche Kunstinstitut gehören das Land Hessen, das Städel, Stiftungen und Vertreter der Städte Darmstadt und Frankfurt an.
Mehr Nachrichten zur Hohlbein Madonna |
























































