| Das Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beteiligt sich an der EXPO 2010 in Shanghai |
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| Donnerstag, 03. Dezember 2009 um 13:29 Uhr | ||
Das weltberühmte Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wird mit 25 hochkarätigen Kunstwerken sowie mit in sehr hoher Auflösung und in Originalgröße fotografierten Ansichten verschiedener Wände des Historischen Grünen Gewölbes auf der EXPO 2010 repräsentiert sein. Zudem werden auch einzelne Meisterwerke des Neuen Grünen Gewölbes, etwa der Hofstaat des Großmoguls fotografisch reproduziert in Shanghai zu sehen sein. Diese Form der fotografischen Rauminszenierung basiert auf neuestem fototechnischen Verfahren und vermittelt dem Betrachter einen authentischen Eindruck des Originalschauplatzes im Dresdner Residenzschloss. Die EXPO findet vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2010 statt. Auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt rund 3,3 km² auf dem Gelände einer ehemaligen Schiffswerft wird mit ca. 70 Mio. Besuchern gerechnet.
Das Shanghai Museum ist verantwortlich für den Pavillon zum Thema „Spuren urbaner Entwicklung“ (Pavilion of Urban Footprint) mit einer Ausstellungsfläche von rund 10.000 m2 und einer erwarteten Besucherzahl von 25.000 täglich. Der Pavillon gliedert sich in vier Bereiche (Preface Hall, Hall of Urban Origin, Hall of Urban Progress, Hall of Urban Wisdom), in denen Aspekte der Stadtentwicklung im interkulturellen Vergleich von den Anfängen bis in die Gegenwart exemplarisch vorgeführt werden.
Der letzte Bereich (Hall of Urban Wisdom) ist der Entwicklung von Wissenschaft und Technik gewidmet. In diesem Zusammenhang werden zwei Beispiele höfischer Prachtentfaltung vorgestellt, die den Einsatz und die Bedeutung von Kunst und Wissenschaft im umfassenden Sinn dokumentieren können: das Palastmuseum der Verbotenen Stadt in Peking und das Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Diese Präsentationen bilden zum Abschluss den Höhepunkt des Rundganges im Pavilion of Urban Footprint.
Der Architekturfotograf Jörg Schöner, mit dem die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden seit längerer Zeit zusammenarbeiten, hat sich darauf spezialisiert, ganze Gebäudekomplexe in originaler Größe und detailgetreu zu fotografieren. Insbesondere Kulturdenkmäler wie die Frauenkirche dokumentiert Schöner auf diese Weise und gestattet so, dass etwa Denkmalpfleger und Restauratoren am Computer sich ein exaktes Bild vom Zustand einer Gebäudeoberfläche machen können. Daneben hat sich Jörg Schöner, der eine Professur für Architekturfotografie an der Technischen Universität Dresden innehat, auf die fotografische Wiedergabe des Grünen Gewölbes spezialisiert.
In Shanghai werden auf diese Weise einzelne Wände des Silbervergoldeten Zimmers, des Pretiosensaals und des Juwelenzimmers in Originalgröße reproduziert zu sehen sein. Durch die hochauflösende Darstellung sieht man sie auch bei nächster Betrachtung gestochen scharf. Deckengewölbe und Säulen werden nachempfunden. Vor den fotografierten Wänden werden 25 Kunstwerke in Vitrinen präsentiert.
Eine ganz besondere fotografische Präsentation ist für den Hofstaat des Großmogul vorgesehen, der natürlich seinen Platz im Dinglinger-Saal des Neuen Grünen Gewölbes im ersten Obergeschoss des Residenzschlosses nicht verlassen wird: Quadratzentimeter für Quadratzentimeter hat Jörg Schöner ca. 1.200 Einzelaufnahmen erstellt und diese in einem komplizierten Verfahren zusammengerechnet. Auf zehn Metern Breite sieht man auf der Weltausstellung in Shanghai jedes Detail in achtfacher Vergrößerung. Man kann in Leseentfernung herantreten, ohne einzelne Pixel zu sehen. Zum Beitrag des Grünen Gewölbes auf der Weltausstellung in Shanghai sagt Generaldirektor Prof. Dr. Martin Roth: „Unser in vielen Jahren gewachsener intensiver Austausch mit Museen und Kulturinstitutionen Chinas und das internationale Renommée von Sachsens Kunst und Wissenschaft tragen einmal mehr reiche Frucht. Es ehrt und freut uns sehr, in Zusammenarbeit mit den Kollegen des Shanghai Museums als Kulturbotschafter Dresdens und Sachsens vor Millionen Menschen der kommenden Weltausstellung auftreten zu dürfen. Das ist eine einzigartige Chance, ebenso wie die Form dieser Präsentation des Grünen Gewölbes, die dank neuester fotografischer Verfahren und der Kunst von Jörg Schöner einzigartig und richtungweisend ist.“
Prof. Dr. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, erklärt: „Es ist faszinierend, wie es Jörg Schöner möglich macht, das legendäre Grüne Gewölbe mittels seiner Fotografien der Räume an anderem Ort mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre zu erleben. Der Hofstaat des Großmoguls wird die Reproduktion einer Wand des Pretiosensaals ergänzen und auf zehn Metern Breite jedes Detail zeigen. In Shanghai werden die Besucher also dieses berühmte Meisterwerk Dinglingers sehen, als wenn sie es in Dresden durch eine Lupe mit achtfacher Vergrößerung betrachteten. Auf diese Weise können die gewaltigen erwarteten Besuchermengen von bis zu 25.000 täglich diese besondere Attraktion, die schon in Dresden regelmäßig zu Besucheransammlungen vor der Vitrine führt, wunderbar erleben.“
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