| Skandal bei Drouot: Mitarbeiter gesteht Diebstahl |
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| Samstag, 05. Dezember 2009 um 08:59 Uhr | ||
Paris (dpa) - In einen Betrugsskandal im weltgrößten Auktionshaus Drouot in Paris kommt etwas Licht. Ein Mitarbeiter hat den Diebstahl eines etwa 900 000 Euro teuren Gemäldes des französischen Künstlers Gustave Courbet gestanden. Das berichtete das Nachrichtenmagazin nouvelobs.com am Freitag unter Berufung auf Ermittler. Das Gemälde sei bei ihm zu Hause gefunden worden. Bereits am Mittwoch hatte die Polizei ein Dutzend Verdächtige festgenommen, unter ihnen einen Auktionator und mehrere Mitarbeiter, die für die Betreuung der Versteigerungsobjekte zuständig sind. Neben dem seit 2004 vermissten Courbet-Gemälde wurden zahlreiche weitere Wertgegenstände sichergestellt, die abhandengekommen waren, bevor sie versteigert werden konnten.
Betrugsskandal im Pariser Auktionshaus DrouotVon Sabine Glaubitz, dpa
Paris (dpa) - Kunstdiebe hatten im weltgrößten Aktionshaus Drouot in Paris bisher ein leichtes Spiel. Beim Transport der Auktionsobjekte kamen in den vergangenen Jahren regelmäßig Schmuck, Zeichnungen und hin und wieder auch Gemälde abhanden. Im Jahr 1990 verschwand sogar ein ganzer Lieferwagen mit Art-Deco Objekten im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro. Im Verdacht stehen einige der 110 Mitarbeiter, die wegen ihrer Uniform mit schwarzer Jacke und rotem Kragen «Rotkragen» («col rouge») genannt werden.
Vor wenigen Tagen fand die Polizei ein seit 2004 verschwundenes Werk des französischen Malers Gustave Courbet im Haus einer dieser Mitarbeiter. Er hat den Diebstahl inzwischen gestanden. Insgesamt hat die Polizei neun Mitarbeiter von Drouot und drei ihrer Familienmitglieder festgenommen. Die «Rotkragen» sind seit 1832 in einer Zunft vereint und arbeiten seit mehr als 250 Jahren für das renommierte Auktionshaus, das mit 16 Sälen das größte der Welt ist.
Drouot organisiert jährlich rund 2000 Versteigerungen, auf denen mehr als 800 000 Objekte angeboten werden. Ein reges Geschäft, von dem manche Mitarbeiter möglicherweise reichlich profitierten. «Das Verschwinden von Pianos, Flügeln, Tafelsilber und Keramiken ist üblich», sagte ein Anwalt, der bereits vor zehn Jahren mit einem Drouot-Fall beauftragt war. Selten jedoch kam ein bedeutendes Werk wie die «Die Welle» von Courbet abhanden, dessen Wert auf 900 000 Euro geschätzt wird.
Der Berufsverband der Auktionshaus-Transporteure zählt zu den ältesten Zünften Frankreichs. Die Transporteure wurden vor allem unter den Bewohnern Savoyens rekrutiert, die während der kalten Winter in Paris auf der Suche nach Arbeit waren. Im Jahr 1860 erhielten sie von Napoleon III. das Monopol. Seitdem arbeiten sie für das Haus Drouot, das 1852 gegründet wurde.
Nach Ansicht der Ermittler lassen manche der «Rotkragen» auf der Inventarliste sowie beim Be- und Entladen einige Auktionsobjekte verschwinden. Oft merken es die Betroffenen nicht oder halten sich mit einer Klage zurück. Als 1990 der Lastwagen mit Art-Deco Objekten im Wert von 2,5 Millionen Euro spurlos verschwand, musste sich der Berufsverband jedoch wegen Fahrlässigkeit bei der Arbeit vor Gericht verantworten. Die Transporteure hatten das volle Lieferfahrzeug unverschlossen vor eine Kneipe gestellt, in der sie etwas trinken waren. Als sie aus der Kneipe kamen fehlte von dem Lieferwagen und dem Versteigerungsgut jede Spur.
Die Polizei hat nun das Lager der Transporteure im Pariser Vorort Bagnolet mit mehr als 100 Containern versiegelt. Im Mai 2009 wurde bereits ein Verfahren gegen Unbekannt wegen organisierten Bandendiebstahls eingeleitet. Das weltberühmte Auktionshaus hat Grund, um sein Image zu fürchten.
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