| Rostocker Kunsthalle 2010 mit Ostsee-Fokus |
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| Montag, 07. Dezember 2009 um 19:25 Uhr | ||
Rostock (dpa/mv) - Die Rostocker Kunsthalle wird im kommenden Jahr zur Bühne für junge Kreative aus dem Ostseeraum. «Wir wollen so eine stärkere Profilierung erreichen», sagte Jörg-Uwe Neumann vom Betreiberverein «pro Kunsthalle» am Montag bei der Vorstellung des Ausstellungsprogramms für 2010. Die Schau «Riga dröhnt!» soll den früheren Schwerpunkt auf nordeuropäischer Kunst mit zeitgenössischen Werken aus Lettland wiederbeleben. Daneben erwarten die Besucher Arbeiten des Modefotografen Paolo Roversi, moderne Malerei aus der «Kunstmetropole Berlin» sowie eine Retrospektive des Malers und Bildhauers A. R. Penck, der 1980 aus der DDR auswanderte.
Damit die Kunsthalle in der Hansestadt wieder als «Tor in den Norden» wahrgenommen wird, holten ihre Betreiber für «Riga dröhnt!» unter anderem die frühere lettische Kultusministerin Helena Demakova ins Boot. Vom 31. Januar bis zum 28. März zeigen sechs Künstler aus dem Baltikum sowie die Gruppe «F5» ihre «jungen, frischen Arbeiten», wie Neumann ankündigte. Herzstück des Jahres 2010 sei jedoch Roversis Foto-Schau «Studio» (13. Juni bis 22. August). Roversi arbeitete für Modezaren wie Yves Saint Laurent oder Dior und setzte künstlerische Weltstars wie Helmut Newton oder Peter Lindberg ins Bild.
Der für seine «naiv anmutenden, zeichenhaften Malereien» bekannte Penck (bürgerlich: Ralf Winkler) wird zwischen dem 5. September und 14. November in der Hansestadt gefeiert. Penck nahm bereits an der «documenta» und an der Biennale in Venedig teil, in Rostock wird die Ikone der DDR-Free-Jazz-Szene nach Angaben der Kunsthalle vielleicht sogar zum Instrument greifen. Ebenfalls geplant sind Ausstellungen zu den Werken Oskar und Otto Manigks (23. Januar bis 28. Februar), den wichtigsten Vertretern der DDR-Kunst («In einem anderen Licht: Sitte, Mattheuer, Tübke, Heisig, Jastram, Cremer»; 12. Juni bis 22. August) und die Schau «Kunst! Berlin» (21. November bis Anfang Januar 2011).
2009 sei für die Kunsthalle ein gutes Jahr gewesen, bilanzierte Neumann. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl der Besucher von rund 32 000 auf fast 40 000 gestiegen. Vor allem die Ausstellungen «Eternal Love» von Modeschöpfer Wolfgang Joop und die von Ex-Kanzler Gerhard Schröder eröffnete «China Total» mit Pop Art aus dem Reich der Mitte hätten Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland angezogen. Im kommenden Jahr sollen 900 000 Euro in die Neugestaltung des Eingangs, Innenhofs und Dachs der Kunsthalle fließen.
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