| Streifzug durch die Kunstgeschichte |
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| Donnerstag, 10. Dezember 2009 um 18:12 Uhr | ||
Von Anita Pöhlig, dpa
Braunschweig (dpa) - Eine spannende Reise durch die Kunstgeschichte verspricht die Braunschweiger Ausstellung «Epochal. Meisterwerke des Herzog Anton Ulrich-Museums von der Antike bis zur Gegenwart». Da das Hauptgebäude bis 2012 grundsaniert wird, hat das Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM) auf rund 500 Quadratmetern in der Burg Dankwarderode aus der Not eine Tugend gemacht. Quer durch alle Gattungen und Zeiten werden die schönsten und wertvollsten Stücke der Sammlung gezeigt. Kein willkürliches Sammelsurium, sondern eine Überblicksausstellung mit vielen Highlights ist dabei herausgekommen: Von Rubens, Rembrandt, Vermeer, Picasso und Beuys sind viele Weltstars der Kunst im Rittersaal der Burg versammelt.
«Die Entwicklung der Kunst und die Beziehungen zwischen den Kunstgattungen sollen deutlich werden», erläuterte Museumsdirektor Jochen Luckhardt am Donnerstag das Konzept. Da wird zum Beispiel eine echte Ärmelspitze dem Gemälde eines Grafens mit eben solchen Spitzen gegenübergestellt. An anderer Stelle ist ein kleiner Reisealtar, 1602 in Augsburg hergestellt, zu sehen. Die starke Bedeutung des Glaubens in dieser Epoche wird etwa auch durch Peter Paul Rubens Gemälde «Judith mit dem Haupt des Holofernes» deutlich. Das Prinzip der Gegenüberstellungen wird zwar nicht durchgehend eingehalten, weckt aber die Entdeckerlust.
«Anders als andere Museen in unserer Lage haben wir uns dazu entschlossen, unser Publikum nicht für drei lange Jahre auf Kunstentzug zu setzen», sagte Luckhardt. Aus seinen etwa 170 000 Objekten hat das Museum etwa 200 Exponate ausgewählt. «Das war keine leichte Arbeit», sagt Luckhardt. Fünf farblich und in der Höhe unterschiedlichen Kuben unterteilen den um 1890 entstandenen, prachtvoll ausgemalten Rittersaal, der selbst auch noch zur Geltung kommt. Im Erdgeschoss sind zudem die mittelalterlichen Exponate ausgestellt.
Als eines der ältesten Universalmuseen Europas besitzt das HAUM Gemälde, Skulpturen, Druckgrafik, Zeichnungen, Angewandte Kunst, Münzen und Medaillen aus allen Epochen. Außerhalb der Kuben werden in Vitrinen Münzen, Porzellan und auch allerlei Kunsthandwerk etwa aus China ausgestellt. Ältestes Ausstellungsstück ist eine Bronzefigur des Philippos Arrhidaidos aus dem alten Ägypten. Bei den modernen Kunstwerken finden sich Grafiken von Max Beckmann, Farblithografien von Wassily Kadinsky oder ein Aquarell von Georg Baselitz. Werke von Giorgione, Cranach, Ludger tom Ring, Giambologna, Dürer, Holbein, Goya und vielen anderen Meistern runden den Einblick in 3000 Jahre Kunstgeschichte ab.
Die Grundsanierung des eigentlichen Museumsgebäudes für rund 26 Millionen Euro gilt als eine der größten Investitionen des Landes Niedersachsens. Die Interimsausstellung in der Burg Dankwarderode soll bis zur Fertigstellung des Altgebäudes laufen. Die Besucher erhalten eine kostenlose Begleitbroschüre, in der alle Kunstwerke kurz beschrieben werden. Nur die grafischen Werke, die aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit im Abstand von drei Monaten ausgetauscht werden, sind nicht in der Broschüre erfasst. Ein Ausstellungskatalog erlaubt zudem noch tiefere Einblicke in die Kunstreise.
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