| Kunsthallen-Direktor: «Es gibt nichts zu veräußern» |
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| Donnerstag, 10. Dezember 2009 um 18:17 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Für den Direktor der Hamburger Kunsthalle, Hubertus Gaßner, steht ein möglicher Verkauf von Kunstwerken nicht zur Diskussion. «Ich denke, das Ganze ist ein bisschen ein Sturm im Wasserglas. Solange ich Direktor des Museums bin, werde ich nichts verkaufen, was mir nicht gehört. Und da mir nichts gehört, verkaufe ich auch nichts», sagte Gaßner am Donnerstag in Hamburg. Es habe schon immer Überlegungen gegeben, Kunstwerke zu verkaufen und immer hätten die Direktoren gesagt: «Nur über meine Leiche.» Der Stiftungsrat der Hamburger Kunsthalle hatte das Museum aufgefordert, eine Liste mit «entbehrlichen Kunstwerken» zu erstellen.
In der Tat bräuchte das Museum dringend ein Stiftungskapital von 50 Millionen Euro. «Mit 50 Millionen Euro könnten wir, wenn der Zinssatz etwas besser wird, unser strukturelles Defizit bewältigen», sagte Gaßner. Diese Summe würde das Museum «aber nie und nimmer über irgendwelche Verkäufe bekommen». Deshalb sei die Idee «schon an sich absurd, das Stiftungskapital durch Verkäufe zustande zu bringen». Abgesehen von den rechtlichen Fragen, auch das werde nicht möglich sein. «Letztlich muss die Bürgerschaft darüber bestimmen. Und ich glaube, auch die Bürgerschaft, so wie sie sich jetzt geäußert hat, wird einem Verkauf nicht zustimmen», meinte der Direktor.
Die Finanzkrise hätte die Kunsthalle heftig getroffen: Zum einen seien in diesem Jahr Sponsorengelder in Höhe von 900 000 Euro ausgeblieben, auf der anderen Seite seien weniger Besucher gekommen. Im Moment rechne man mit 360 000 Besuchern 2009, im Gegensatz zu 500 000 Besuchern in den beiden Vorjahren. «Wir können jedoch nicht jedes Jahr eine Caspar-David-Friedrich-Ausstellung präsentieren, die mit dazu beigetragen hat», sagte Gaßner. «Wir wollen viele gute Ausstellungen zeigen und hoffen, dass dazu viele Besucher kommen. Wenn wir dann noch eine gute Presse haben, hoffen wir, aus der Schuldenfalle wieder herauszukommen», meinte der Direktor.
Für das kommende Jahr seien bereits 760 000 Euro zusammen und «das ist fast das Geld, das wir brauchen», sagte Gaßner. «Ich bin da ganz optimistisch. Es springen Sponsoren ab, aber wir gewinnen auch immer neue hinzu.» Mit der spektakulären Ausstellung «Pop Life» über das Vermächtnis der Pop Art und den Einfluss ihrer bedeutendsten Vertreter beginnt das neue Ausstellungsjahr 2010. Vom 12. Februar bis zum 9. Mai sind rund 300 Werke von 34 Künstlern zu sehen, darunter so berühmte Künstler wie Andy Warhol, Jeff Koons, Keith Haring und Damien Hirst. «Die Ausstellung hat in London Aufsehen erregt und wir sind sicher, dass sie auch in Hamburg für Aufsehen sorgen wird», sagte Kurator Daniel Koep.
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