| Streit in Rom: Echter Michelangelo oder nicht? |
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| Sonntag, 13. Dezember 2009 um 09:31 Uhr | ||
Rom (dpa) - Ist der angenagelte Schmerzensmann ein echter Michelangelo oder nur eine geschickte Fälschung? Die römische Justiz geht jetzt der Frage nach, ob ein vom Staat für 3,25 Millionen Euro erworbenes Holzkruzifix wirklich von dem Renaissance-Meister stammt.
Nachdem Italiens Rechnungshof bereits im Juni eine Untersuchung dazu angekündigt hatte, ob denn bei dem Kauf der kleinen Skulptur alles mit rechten Dingen zuging, sollen Carabinieri am Freitag die Räume des Kulturministeriums durchsucht und Dokumente zu dem kleinen Kruzifix beschlagnahmt haben. Das berichtete die römische Zeitung «La Repubblica» am Samstag. Offiziell wurde die Aktion nicht bestätigt.
Einige bekannte Kunsthistoriker hatten Zweifel an der Echtheit des angeblichen Michelangelo-Meisterwerks angemeldet. Der Jesus aus Holz habe seltsame Proportionen und sei das Werk eines Kunsthandwerkers, der wohl ein Dutzend ähnlicher Skulpturen fabriziert habe, sagen sie.
Vor allem scheint der für das Kruzifix bezahlte Preis viel zu gering für einen echten Michelangelo. Während das Ministerium seine umstrittene Erwerbung verteidigt und dementiert, dass die Carabinieri bei ihrer Suche fündig geworden seien, tourt der echte oder falsche Michelangelo durch die Museen: zurzeit ist er in Neapel zu sehen.
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