| Riesenkugel aus Kriegstrümmern in Pasewalk fertig |
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| Sonntag, 13. Dezember 2009 um 12:54 Uhr | ||
Pasewalk/Police (dpa) - Fast 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist am Samstag in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern ein Kunstwerk aus Kriegstrümmern feierlich übergeben worden. Vor rund 150 Gästen aus Polen und Deutschland enthüllte der Schweizer Installationskünstler Ernest Daetwyler den «Pasewalk Police Phönix» - eine begehbare, im Durchmesser 5,50 Meter große und oben offene Kugel. Das Bauwerk hat der in Kanada lebende Künstler in sieben Monaten mit Helfern errichtet. Dabei wurde ein Stahlgerüst mit Scherben, Stein- und Betontrümmern aus den beiden zu Kriegsende stark zerstörten Städten Pasewalk und dem polnischen Police (Pölitz) ummauert, die heute Partnerstädte sind.
Das in der Schweiz und Kanada bereits ausgezeichnete Projekt soll einen Neuanfang symbolisieren. Er habe aus Fragmenten von Krieg und Gewalt eine zeitgenössische Skulptur mit stiller, starker Präsenz schaffen wollen, sagte Daetwyler. Die Kreisform stehe für ein Symbol des Lebens. Der «Phönix» zeige auch, dass man sich den Herausforderungen der kapitalorientierten, globalisierten Welt stelle, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung.
Während die Bevölkerung in Police unter anderem durch den Hafen und ein großes Chemiewerk wachse, sinke mangels Arbeitsmöglichkeit die Einwohnerzahl in Pasewalk. Die Region habe mit Zukunftsangst, Suchtverhalten sowie einer wachsenden Spaltung der Jugend in Neonazis oder linksextreme Bewegungen zu kämpfen. Beim sieben Monate währenden Bau wurde Daetwyler unter anderem von Studenten der Berliner Universitäten und der Viadrina Frankfurt/Oder sowie Pasewalker Firmen unterstützt.
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