| Zahlreiche Kunstausstellungen 2010 geplant |
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| Sonntag, 13. Dezember 2009 um 12:55 Uhr | ||
Mainz/Koblenz/Trier (dpa/lrs) - Kunstfreunde kommen in Rheinland- Pfalz im nächsten Jahr voll auf ihre Kosten: Von Tiefdruckgrafiken über Klanginstallationen bis zu Surrealismus-Gemälden reicht die Palette der geplanten Ausstellungen im Land, wie eine dpa-Umfrage ergab.
Im MAINZER Gutenberg-Museum wird vom 25. März bis 27. Juni die Ausstellung «Printing into Thinking» gezeigt, mit Tiefdruckgrafiken von Felix Martin Furtwängler. Die Ausstellung mit Bildern des 1954 geborenen Künstlers wurde in Kooperation mit der Kunsthalle Erfurt, der Herzog August-Bibliothek in Wolfenbüttel und der Kunsthalle Memmingen konzipiert. Sie präsentiert das umfangreiche druckgrafische Werk - von der frühen Radierungsserie «Tagebuch der Angst» (1977/78) bis hin zur Künstlerhommage «Jackson Pollach & Felix Fortwangler. Printing into Thinking, a Trilogy» (2007-2009).
Im Landesmuseum MAINZ soll am 21. März nach umfangreichen Umbauarbeiten eine große Eröffnungsparty steigen. Dann stehen Besuchern wieder alle Abteilungen offen. Unmittelbar danach wird nach Angaben des Museums bis zum 13. Juni das «Schattenorchester» von Peter Vogel präsentiert. Die elektronisch-mechanische Klanginstallation wurde 1997 direkt vom Künstler für das Landesmuseum erworben und wird erst zum dritten Mal gezeigt. Das Schattenorchester aus 13 Instrumenten und 12 Photozellen ist ein komplexes Kunstwerk, das den Betrachter aktivieren und zur Kommunikation anregen soll, wie ein Sprecher mitteilte.
Ebenfalls mit der Wiedereröffnung am 21. März beginnt im Landesmuseum die Sonderausstellung «Meisterzeichnungen der Graphischen Sammlung», die bis zum 20. Juni Arbeiten auf Papier vom Mittelalter bis zur Gegenwart präsentiert. Als Höhepunkte werden Blätter von William Turner, Max Liebermann, Max Slevogt und Paul Klee zu sehen sein. Weitere geplante Ausstellungen: Michel Oppenheim - Kunstsammler, NS-Opfer (11. Mai bis 11. Juli), Ölskizzen des 19. Jahrhunderts (11. Juli bis 5. September), Römische Keramik in Mainz (29. August bis 9. Januar 2011), Frühe Mainz-Photographien (14. November bis 30. Januar 2011) und Bilder von Rhein und Mosel von Franz von Kesselstatt (14. November bis 30. Januar 2011).
In der Max Slevogt-Galerie auf Schloss Villa Ludwigshöhe in EDENKOBEN in der Pfalz sollen von 17. Januar bis 11. April unter dem Titel «Französische Liaison» Gemälde von Paul Strecker aus den Jahren 1925 bis 1939 gezeigt werden. Von 25. April an ist eine «Hommage à Slevogt» geplant mit Gemälden der Heidelberger Künstlerin Katja Hess.
Im INGELHEIMER Museum bei der Kaiserpfalz steht das nächste Jahr im Zeichen der Staufer. «Wir planen, in unserem Museum eine kleine Ausstellung zu zeigen, die Barbarossa in Ingelheim thematisieren wird», sagt Museumsleiterin Gabriele Mendelssohn. «Er war ja ein großer Verehrer Karls des Großen und hat die Ingelheimer Kaiserpfalz zur Reichsburg ausbauen lassen. Es gibt noch etliche Spuren aus der Stauferzeit in Ingelheim.» Die Ausstellung wird voraussichtlich im Mai eröffnet und bis zum Jahresende laufen. An den Vorbereitungen arbeitet die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim. «Es gibt allerdings noch keinen konkreten Titel und kein endgültiges Konzept.»
Das Ludwig Museum in KOBLENZ zeigt vom 31. Januar an die Ausstellung «Memory Traces - Zeitgenössische Kunst aus Finnland», an der sich 15 finnische Künstler beteiligt haben. Sie führen den Besucher auf Spuren aus ihrer Erinnerung und bedienen sich dabei eigenwilliger Mittel. Bis zum 21. März werden Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Video, Installation, Fotografie und Zeichnung zu sehen sein. «Wir zeigen damit einen Querschnitt aus der aktuellen zeitgenössischen Kunst in Finnland», sagte Museumssprecherin Christiane Morsbach.
Ein weiterer Höhepunkt des Kunst-Jahres in KOBLENZ sind die Werke von Miao Xiaochun, der als einer der profiliertesten Fotografen der zeitgenössischen Kunst Chinas gilt. Miao Xiaochun befasst sich immer wieder mit dem modernen Menschen im Zwiespalt zwischen Tradition und Zukunftsvisionen. Die Ausstellung im Ludwig Museum (15. August bis 3. Oktober 2010) umfasst neben überlebensgroßen Fotos auch am Computer generierte Tuschezeichnungen mit Reitergruppen, die an Renaissancedarstellungen von Kriegsszenen erinnern.
Große Ausstellungen plant auch das Stadtmuseum Simeonstift in TRIER. Von 21. März bis 27. Juni werden Werke des jüdischen Malers Max Lazarus gezeigt. Der in Trier geborene Lazarus (1892-1961) schuf in den 1920er Jahren beeindruckende expressiv-realistische Gemälde und Lithographien mit Motiven aus der Region. Zudem arbeitete er als Synagogenmaler. Ende der 1930er Jahre floh Lazarus vor den Nationalsozialisten in die USA und begann dort eine zweite Karriere als Landschafts- und Städtemaler.
Am 18. Juli läuft im Stadtmuseum die Ausstellung «Raue Schönheit.Eifel und Ardennen im Blick der Künstler» an. 140 Gemälde sollen erstmals die eigentümliche Schönheit dieser beiden benachbarten Landschaften in einer gemeinsamen Schau zeigen. «Diese Ausstellung würde ich als unser Highlight im Jahr 2010 bezeichnen», sagte Museumsreferentin Sonja Mißfeldt. Die Ausstellung endet am 24. Oktober.
Das Arp Museum in REMAGEN zeigt vom 5. Februar bis zum 29. August des kommenden Jahres «Das Auge des Sammlers», eine Schau über die Sammlerleidenschaft des Industrie-Erben und Kunstliebhabers Gustav Rau. Dabei werden Meisterwerke vieler europäischer Schulen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert präsentiert.
Das Historische Museum der Pfalz in SPEYER plant als Höhepunkt im nächsten Jahr die Ausstellung «Amazonen - Geheimnisvolle Kriegerinnen». Bei der Schau über die legendären Kriegerinnen des Altertums seien «sensationelle Funde erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen», teilte eine Sprecherin des Museums mit. So werden zum Beispiel Grabfunde aus den eurasischen Steppen gezeigt, etwa Schmuck, Waffen und Skelette. Die Ausstellung soll von 5. September 2010 bis 13. Februar 2011 zu sehen sein.
Das Museum Pfalzgalerie in KAISERSLAUTERN wird im kommenden Jahr unter anderem die Ausstellung «Noble Gäste» präsentieren. Darin werden von Ende Januar an neun Leihgaben der Kunsthalle Bremen zu sehen sein: Es handelt sich dabei um Werke des in der Pfalz gestorbenen Malers Max Slevogt (1868-1932).
Im Wilhelm-Hack-Museum in LUDWIGSHAFEN ist noch bis 14. Februar die große Surrealismus-Ausstellung «Gegen jede Vernunft» mit Werken von Salvador Dali, Max Ernst und anderen Künstlern zu sehen. Ende Februar beginnt die neue Reihe «Hackstücke». Dabei werden Werke aus der Sammlung des Museums auf ihre Entstehungs- und Wirkungsgeschichte hin untersucht. Den Auftakt macht Ernst Ludwig Kirchners «Drei Akte im Walde». |
























































