| Altenbourg-Preis 2010 geht an Micha Ullman |
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| Dienstag, 15. Dezember 2009 um 09:52 Uhr | ||
Altenburg (dpa/th) - Der mit 12 500 Euro dotierte Gerhard- Altenbourg-Preis 2010 geht an den israelischen Künstler Micha Ullman. Das gab das Lindenau-Museum am Montag in Altenburg bekannt. Ullman hat viele Jahre an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart als Professor für Skulptur gelehrt und zweimal an der Documenta teilgenommen. Zu seinem Werk gehört das Denkmal gegen die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten in Berlin in Form einer unterirdischen leeren Bibliothek. Die Auszeichnung ist neben dem Preisgeld mit einer Ausstellung samt Katalog verbunden. Sie ist für den Herbst 2010 geplant.
Ullmans Eltern stammen nach Angaben des Lindenau-Museums aus Dorndorf im Wartburgkreis und emigrierten 1933 nach Palästina. Ullman wurde 1939 in Tel Aviv geboren, in dessen Nähe er noch heute lebt. Sein ganzes Werk sei Fragen der Erinnerung, des Verschwindens, der Abwesenheit und der Spuren gewidmet, teilte das Kuratorium mit, das ihn zum Preisträger bestimmte. Mit einer ihm eigenen «Ästhetik der Langsamkeit» habe Ullman das Verständnis von Skulptur in neue Bahnen gelenkt. «Seine Arbeiten sind offene Räume der Gedanken und des Gedenkens. Sie wurzeln in der jüdischen Kultur und sind zugleich universell zu erfahren.»
Der Preis ist nach dem Künstler Gerhard Altenbourg (1926-1989) benannt und wird seit 1998 alle zwei Jahre vergeben. Altenbourg, der eigentlich Gerhard Ströch hieß, verweigerte sich der offiziellen DDR- Kunst. Er nahm nach seinem Wohnort Altenburg in Ostthüringen den Künstlernamen Altenbourg an. Der Preis wird an Künstler vergeben, die der Haltung Altenbourgs verpflichtet sind. Zuletzt war der US- amerikanischen Künstler Cy Twombly damit geehrt worden.
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