| Weg frei für neues Gängeviertel-Konzept |
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| Dienstag, 15. Dezember 2009 um 20:08 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Im Streit um das von Künstlern besetzte Hamburger Gängeviertel gibt es eine Einigung. Die Stadt Hamburg wird das historische Viertel von dem niederländischen Investor für 2,8 Millionen Euro zurückkaufen, teilte die Kulturbehörde am Dienstag mit. Der Senat werde nun mit der Künstlerinitiative «Komm in die Gänge» über eine neue Nutzungsvereinbarung reden. «Jetzt haben wir die Möglichkeit, ein neues Konzept für das Gängeviertel zu verwirklichen», sagte Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL). Mehr als 200 Künstler haben die leerstehenden Häuser seit Ende August besetzt, um die denkmalwürdigen Gebäude zu retten und auf die Raumnot von Kreativen hinzuweisen.
«Selbstverständlich werden wir bei den weiteren Planungen die Vorstellungen der Künstler einbeziehen. Unser Ziel ist es, das Gängeviertel zu einem lebendigen, kreativen innerstädtischen Quartier weiterzuentwickeln», sagte Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos). Im Januar werde mit allen Beteiligten das weitere Verfahren zu künftigen Planungen für das Gängeviertel besprochen. Bis Ende März sollen die Eckpunkte für ein städtebauliches Konzept, die architektonische Umsetzung, beteiligte Akteure und mögliche Finanzierung geklärt sein. Um die Gebäudesubstanz zu sichern, sollen die Häuser nun winterfest gemacht werden.
Hanzevast wollte aus dem historischen Viertel ein teures Szene- Quartier mit Büros, Geschäften und Wohnungen machen. «Wir freuen uns natürlich sehr. Wir haben aber auch damit gerechnet, dass das passieren muss», sagte die Sprecherin der Künstlerinitiative, Christine Ebeling. «Wir hoffen nun, unser Konzept in naher Zukunft umsetzen zu können.» Es sei ein großer Erfolg, dass die Behörden der Stadt auf eine Initiative wie diese reagierten. «Darüber hinaus sehen wir es auch als Erfolg an, dass das Thema mittlerweile über die Hamburger Grenzen hinweg diskutiert wird.» Die Künstler hoffen nun, dass die Entscheidung auch positive Auswirkungen auf die anderen Initiativen gegen Gentrifizierung hat.
Die SPD in der Bürgerschaft begrüßte die Einigung und forderte, der Senat müsse sich nun vom Plan der erneuten Veräußerung an einen dann dritten Investor verabschieden. «Der Senat darf den selben Fehler nicht zum dritten Mal machen», sagte Stadtentwicklungsexperte Andy Grote. Kein Investor habe an dem Interesse, was dort von fast allen gewollt werde: ein möglichst vollständiger Erhalt der historischen Bausubstanz und die Schaffung günstiger Flächen für Wohnen, Kunst und Gewerbe. Sanierung und neues Nutzungskonzept müssten deshalb von der Stadt in eigener Regie und Verantwortung - etwa über die Wohnungsbaugesellschaft SAGA - umgesetzt werden. Am Abend wollten Schauspieler des Thalia Theaters in den Räumen des Gängeviertels auftreten.
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