| Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr für die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha |
|
|
|
| Samstag, 19. Dezember 2009 um 08:33 Uhr | ||
Rückblick 2009 In einem Pressegespräch am Freitagmorgen, 18. Dezember 2009, warf der Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Dr. Martin Eberle, einen Blick zurück auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2009. Er nannte dabei die 15 Ausstellungen dieses Jahres und die zahlreichen Veranstaltungen von Ostereiermarkt über Kinderfest und Kulturnacht bis Barockfest und Museumsnacht. Das Ausstellungsjahr auf dem Friedenstein hatte zwei besondere Schwerpunkte: Mode und Bauhaus. Zunächst gab es von Mai bis Oktober drei Modeausstellungen unter dem gemeinsamen Titel „Gotha zieht an!“, die in den drei Museen der Stiftung „Gotha in Samt und Seide“ (Museum für Regionalgeschichte), „Macht der Mode“ (Schlossmuseum) und „Die Kleider der Tiere“ (Museum der Natur) verschiedenste Facetten des Mode-Themas zur Sprache und Anschauung brachten. Seit Oktober ist die Ausstellung „Modern, aber nicht modisch“ Bauhauskünstler in Gotha zu sehen, die die nicht unbedeutende Rolle Gothas vor allem bei der Entwicklung modernen Designs am Beispiel der im Gothaer Ruppelwerk wirkenden Marianne Brandt und Wolfgang Tümpel neu beleuchtet.
Daneben gab es wieder viele kleinere Präsentationen u. a. zu Klee, Daumier oder – traditionsgemäß – preisgekrönten Naturfotos („Glanzlichter“), von denen die Spinnen-Ausstellung im Museum der Natur zu Jahresbeginn und die Ausstellung mit Fotografien der Wendezeit im Museum für Regionalgeschichte mit die erfolgreichsten waren.
Ein besonderes Highlight dieses Jahres war natürlich die Eröffnung der neu gestalteten Kunstkammer in den ehemaligen Erbprinzengemächern im Nordflügel des Schlosses am 4. Dezember 2009 in Anwesenheit des neuen Thüringer Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie. Mit der Eröffnung der Aufsehen erregenden Kunstkammer ist ein erster Schritt getan zur Verwirklichung der musealen Neukonzeption „Barockes Universum Gotha“.
Die zahlreichen Aktivitäten der Stiftung, die von einer umfangreichen Pressearbeit begleitet wurden, brachten den Museen eine deutlich erhöhte mediale Aufmerksamkeit, die wiederum einen deutlichen Besucherzuwachs mit sich brachte. Insgesamt kamen bis Ende November 2009 erfreuliche 146.597 zahlende Besucher in die drei Museen und das gegenüber ca. 107.000 im vergangenen Jahr. Hochgerechnet auf das Jahresende ist eine Steigerung von 46 % zu verzeichnen. Die Einnahmen stiegen ebenfalls, obwohl seit Mai Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres (in Begleitung eines Erwachsenen) freien Eintritt in die Museen erhalten. Diese Maßnahme hat sich ebenso bewährt wie eine veränderte Eintrittskartenstruktur. Ebenfalls seit Mai kann man mit einer Eintrittskarte alle Museen und Sonderausstellungen besuchen, was vielfach in Anspruch genommen wurde. Gleichzeitig waren die Preise für die großen Sonderausstellungen gesenkt worden, eine Maßnahme insbesondere für das interessierte Gothaer Publikum, für das auch eine Jahreskarte eingeführt wurde.
Ausblick 2010 2010 wird das große Ausstellungsereignis „ANATOMIE – Gotha geht unter die Haut“ sein. In der Ausstellungshalle wird von Mai bis Oktober das Thema Kunst und Medizin von der Renaissance bis ins frühe 19. Jahrhundert erörtert. Neben dem „Muskelmann“ von Jean-Antoine Houdon und dem sogenannten „Schlotfeger“, einem menschlichen Präparat von 1723 und weiteren bedeutenden Exponaten aus eigenen Beständen werden hervorragende Leihgaben aus dem In- und Ausland in einer originellen Präsentation zu sehen sein. In Zusammenarbeit mit den beiden anderen Stiftungsmuseen, dem Staatsarchiv und der Forschungsbibliothek wird diese Ausstellung vom Schlossmuseum Gotha vorbereitet.
Auch 2010 wird es eine „Glanzlichter“-Ausstellung im Museum der Natur mit ausgezeichneten Naturfotografien geben (Januar bis März) sowie eine Fotoausstellung zum Thema Innovationsquelle Tropischer Regenwald (Mai bis Oktober). Darüber hinaus wird das Museum der Natur mit Umzugsvorbereitungen beschäftigt sein und vor allem auch die neue Dauerausstellung „Wilde Tiere“ vorbereiten, die Anfang 2011 in der 3. Etage des Westturms von Schloss Friedenstein eröffnet werden soll.
Das Schlossmuseum zeigt mit „Wahre abcontrafactur – Martin Luther und bedeutende seiner Zeitgenossen im graphischen Porträt des 16. Jahrhunderts“ (März bis Juli) eine Graphik-Ausstellung im Rahmen der Luther-Dekade und zwei Kabinett-Ausstellungen im Zusammenhang mit dem Themenjahr „250 Jahre Porzellanland Thüringen“. Von März bis September „Ganz schrecklich viele Tassen – Gothaer Porzellan des 19. Jahrhunderts“ und ab November wird „Meissner Porzellan in Gotha“ aus eigenen Beständen präsentiert. Zum Thema Meissen und Böttger-Steinzeug sind zudem zwei Bestandskataloge in Vorbereitung. Ergänzend präsentiert „Philipp der Gute“ einen bedeutsamen Ankauf des Jahres 2009 (R. van der Weyden) in einer vertiefenden Kabinett-Ausstellung ab Oktober.
Das Museum für Regionalgeschichte präsentiert die 150-jährige Geschichte des Turnvereins 1860 Gotha unter dem Titel „Gehupft und gesprungen“ (April bis September) und zeigt mit „Einfälle aus Abfällen – Not macht erfinderisch“ alternatives, aus der Not geborenes Spielzeug ab Oktober.
Darüber hinaus gibt es wieder die zahlreichen, schon zur Tradition gewordenen Veranstaltungen wie den Ostereiermarkt, das Kinderfest, das Barockfest, die Museumsnacht und – erstmals von der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha veranstaltet – das Ekhof-Festival. Hiervon wird in einer eigenen Mitteilung berichtet. Neu ist, dass die Museen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha nicht an der Kulturnacht im Juni teilnehmen werden. In Abstimmung mit der Kultourstadt Gotha soll hier der Blick auf die zahlreichen engagierten Kulturträger in der Stadt gerichtet werden. Die Museen im Schloss, das Museum der Natur und das Versicherungsmuseum präsentieren sich gemeinsam mit Archiv und Bibliothek in der Museumsnacht im Oktober.
Hinter den Kulissen gehen die vielfältigen Vorbereitungen für den Ausbau des Perthes-Forums Gotha als Magazin von Archiv, Bibliothek und Stiftungsmuseen weiter. Das Museum der Natur bereitet seinen Auszug aus dem Museumsgebäude vor und den Umzug ins Schloss. Das Schlossmuseum hingegen plant die Unterbringung der Kunstsammlungen im Herzoglichen Museum. Als nächster Schritt auf dem Weg ins „Barocke Universum Gotha“ wird nach der Eröffnung der Kunstkammer im Dezember 2009 wohl in der ersten Jahreshälfte 2010 die alte Ahnengalerie der Ernestiner in der Weimargalerie im Westflügel des Schlosses eröffnet.
Mehr über das Schloss Friedenstein Gotha |
























































