| Von Holbein bis Eat Art - Ausstellungen 2010 |
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| Montag, 28. Dezember 2009 um 08:17 Uhr | ||
Stuttgart/Karlsruhe (dpa/lsw) - Miró in Baden-Baden, Ungerer in Schwäbisch-Hall, die Staufer in Mannheim und Eat Art in Stuttgart - Baden-Württembergs Museen locken 2010 mit einem abwechslungsreichen Programm. Standen bei den Großen Landesausstellungen 2009 etwa die Eiszeit, Vandalen und syrische Königsschätze im Mittelpunkt, geht es 2010 um die Musikkultur, Hans Holbeins «Graue Passion» und um Fußball: Zur Weltmeisterschaft zeigt das Haus der Geschichte «Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.»
BRÜCKE, BAUHAUS, BLAUER REITER - Munch, Beckmann, Macke, Nolde, Marc. Der Stuttgarter Unternehmer Max Fischer hat seit den 20er Jahren eine beeindruckende Sammlung vorwiegend expressionistischer Meisterwerke zusammengesammelt. Die Staatsgalerie STUTTGART präsentiert die «Schätze der Sammlung Max Fischer» (6.3.-20.6.) erstmals der Öffentlichkeit. Auch das 200-jährige Bestehen seiner Grafischen Sammlung mit inzwischen 400 000 Blättern ist dem Haus eine Sonderausstellung (17.7.-2.11.) wert. Ende des Jahres startet dann noch die Große Landesausstellung «Hans Holbein: Die Graue Passion in ihrer Zeit» (27.11.-20.3.2011).
JOAN MIRÓ - Der spanische Maler Miró steht im Mittelpunkt der Ausstellung «Die Farben der Poesie» (2.7.-14.11.) in BADEN-BADEN, die sicherlich wieder Zehntausende zum modernen Kunstbau in der Kurstadt ziehen lassen wird. Die Werkschau zeigt mit etwa 100 Werken aus sechs Jahrzehnten die Vielseitigkeit des Malers, der zu den prägenden Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört und eine eigene Bildsprache entwickelte.
TOMI UNGERER - Dem elsässischen Zeichner, Karikaturist und Buchillustrator Tomi Ungerer widmet die Kunsthalle Würth in SCHWÄBISCH HALL Mitte Mai eine große Werkschau. Gezeigt werden Arbeiten aus allen Schaffensphasen des 78-jährigen «schonungslos provokativen» Künstlers, kündigte das Haus an. Bis in den Mai ist dort noch eine große Max-Ernst-Ausstellung zu sehen. Zum 75. Geburtstag des Kunstsammlers Reinhold Würth zeigt sein Museum in KÜNZELSAU einen Auswahl von 75 Kunstwerken aus der 12 000 Werke umfassenden Sammlung des «Schraubenkönigs».
EAT ART - Wie nutzen Künstler Essbares für ihre Werke? Dieser Frage geht das Kunstmuseum STUTTGART in der Ausstellung «Eat Art - Vom Essen in der Kunst» (18.9.-9.1.2011) nach. Wie wurden Joseph Beuys, Roy Lichtenstein oder Dieter Roth durch Essgewohnheiten, Ernährungslehren oder Koch-Shows inspiriert? Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Düsseldorf. Zuvor widmet das Kunstmuseum der 1910 in Stuttgart geborenen Jüdin Gerda Taro zum 100. Geburtstag eine Retrospektive. Sie gilt als erste weibliche Kriegsfotografin. «Krieg im Fokus» startet am 30. Januar.
POP ART - Die Kunsthalle TÜBINGEN hofft nach mehreren Misserfolgen 2009 im kommenden Jahr auf einige Besuchermagneten. Vor allem die knalligen Gemälde des Pop-Art-Künstlers Mel Ramos sollen Anfang des Jahres ein breites Publikum ansprechen. «Mit so einer Kunst können nicht nur Experten etwas anfangen», sagte Kurator Daniel Schreiber. Die Retrospektive vom 23. Januar bis 25. April 2010 zeigt Gemälde, Entwurfsskizzen und Skulpturen des 74-jährigen US-amerikanischen Künstlers. Zwei weitere Publikums-Hoffnungen sind später im Jahr zu Gast: Von Mai bis Juli werden Werke der Malerin Karin Kneffel gezeigt, im Sommer folgt eine Ausstellung mit Fotografien von Thomas Florschuetz. Er stellt Detailaufnahmen von Blumen neben Aufnahmen von Kampfjets. «Das birgt eine gewisse Provokation in sich.»
MUSIKKULTUR - In KARLSRUHER Schloss steht die Große Landesausstellung «Vom Minnesang zur Popakademie» (16.4.-12.9.2010) auf dem Programm. Zeitgleich zum Beitrag des Landesmuseums Württemberg in STUTTGART über «Freud und Leid in Dur und Moll» präsentiert das Badische Landesmuseum die Entwicklung der Musikkultur im Südwesten in den vergangenen Jahrhunderten - von der Musik des Mittelalters über Humanismus und Reformation bis zum 19. Jahrhundert und der modernen Popmusik aus der Rheinpfalz. ARCHÄOLOGIE - In der Ausstellung «ACHTUNG AUSGRABUNG!» (17.1.- 19.9.2010) können Besucher der MANNHEIMER Reiss-Engelhorn-Museen selbst zu Pinsel, Kelle, Messlatte und Zeichenstift greifen. Als «Archäologen für einen Tag» legen sie Strukturen frei, bergen und bestimmen eigenhändig Funde aus Knochen, Metall, Keramik oder Holz. Jeder Schritt im Arbeitsprozess der Archäologen von der Fundmeldung bis hin zum restaurierten Ausstellungsobjekt wird im Museum Weltkulturen nachvollziehbar.
STAUFER - Nach der Schau «Rückkehr der Götter» mit Schätzen aus der Berliner Antikensammlung (ab 13.6.2010) wird im MANNHEIMER Museum Zeughaus das bedeutendste Herrschergeschlecht des hohen Mittelalters gewürdigt: die Staufer (19.9.-20.2.2011). «Seit der großen Stuttgarter Ausstellung vor über 30 Jahren hat es keine vergleichbare Präsentation zu den Staufern mehr gegeben», kündigte die Museumsleitung an. Unter dem Titel «Die Staufer und Italien Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa» werden die epochemachenden Errungenschaften in den Bereich von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Recht, Wirtschaft und Religion vorgestellt.
BROT UND POLITIK - «Schlagwort Brot Politische Plakate des 20. Jahrhunderts» ist der Titel einer neuen Ausstellung im ULMER Museum für Brotkultur (31.1.-30.5.2010). Sie soll belegen, welch zentralen Platz der Kampf um das tägliche Brot in der Agitation und Propaganda bis in die jüngste Vergangenheit einnahm. Später im Jahr würdigt das Haus mit «Vision und Leidenschaft - Das Lebenswerk des Sammlers und Stifters Dr. Hermann Eiselen» (21.6.-5.9. 2010) seinen Mäzen.
Autor: Roland Böhm, dpa
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