| «Malerpfarrer» Sieger Köder wird 85 |
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| Donnerstag, 31. Dezember 2009 um 09:14 Uhr | ||
Ellwangen (dpa) - Der mit seinen farbenfrohen biblischen Bildern bekanntgewordene Maler Sieger Köder wird an diesem Sonntag (3. Januar) 85 Jahre alt. Der in Ellwangen (Baden-Württemberg) lebende Priester habe vielen Menschen neue Zugänge zur Bibel eröffnet, würdigte ihn der katholische Rottenburger Bischof Gebhard Fürst. Die 1992 veröffentlichte Köder-Bibel mit 107 Bildern wurde zehntausendfach verkauft und liegt inzwischen in der 11. Auflage vor.
Köder wurde am 3. Januar 1925 im heutigen Aalen geboren. Dort arbeitete er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst elf Jahre lang als Lehrer für Kunst und Englisch, bevor er in Tübingen und München katholische Theologie studierte. 20 Jahre lang war er dann als Gemeindepfarrer auf der Ostalb tätig. Als Künstler hat er rund 50 Kirchen gestaltet, mehr als 60 Bücher sind von ihm erschienen, viele hundert Gemälde hängen in ganz Europa.
Köder selbst lehnt für sich die Bezeichnung Künstler ab. Er sieht sich als «Malerpfarrer». «Ich predige mit Bildern», beschreibt er seine Arbeit. Genau das machen ihm Kritiker zum Vorwurf: Seine Bilder seien bloß Illustrationen biblischer Texte, keine eigenständigen großen Kunstwerke.
Fast die ganze Bibel gemalt - Sieger Köder wird 85 Von Marc Herwig, dpa
Ellwangen (dpa) - Fast die ganze Bibel hat Sieger Köder gemalt - in leuchtenden Farben und ohne viele Schnörkel. Seine Bilder schmücken zahlreiche Kirchenfester und werden bei Andachten als leicht verständlicher Einstieg genutzt. An diesem Sonntag (3. Januar) wird der in Ellwangen (Baden-Württemberg) lebende Priester 85 Jahre alt. Vielen Menschen habe er mit seiner Kunst neue Zugänge zur Bibel eröffnet, würdigte ihn der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst.
Dabei wollte Köder nie ein Künstler sein. «Ich bin ein kleiner Prophet, der halt nicht sprechen kann, sondern malen», sagt er in einem Interview der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sein erfolgreichstes Werk ist die 1992 veröffentlichte Köder-Bibel mit 107 Bildern, die zehntausendfach verkauft wurde und inzwischen in der 11. Auflage vorliegt.
Köder hat rund 50 Kirchen künstlerisch ausgestaltet, mehr als 60 Bücher sind von ihm erschienen, viele hundert Gemälde hängen in ganz Europa. Bekannt wurde auch sein Bild für das Hungertuch der Hilfsorganisation Misereor im Jahr 1996. Sein letztes großes Werk war ein drei mal vier Meter großes Deckengemälde für die St. Clemens- Kirche in Wangen im Allgäu.
Köders vollen Namen findet man auf den Bildern nie. «SK» schreibt er klein in eine der Ecken. Nach außen hin gibt sich der im heutigen Aalen geborene Priester meist etwas knorrig. Zu viel Interesse an seiner Person ist ihm unangenehm. «Ich bin Schwabe, ich bin Pfarrer, ich male Bilder», sagt Köder und findet, damit sei über seine Person mehr als genug gesagt.
Zur Kirche und zum Pfarramt kam er erst spät. Nach dem Abitur 1943 in Ellwangen wurde Köder im Zweiten Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen. Er geriet in amerikanische Gefangenschaft, aus der er an Heiligabend 1945 zurückkehrte. Köder ging an die Kunstakademie Stuttgart, studierte in Tübingen Anglistik und wurde Lehrer für Kunst und Englisch an einem Gymnasium in Aalen. Sein Interesse an der Kirche wurde in dieser Zeit immer stärker. Vor allem die Kirchenreformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und die Gestalt von Papst Johannes XXIII. hätten ihm mit 40 Jahren den Anstoß gegeben, Priester zu werden, erzählt Köder.
In Tübingen und München studierte er katholische Theologie, wurde Vikar in Ulm und übernahm mit 50 Jahren seine erste Gemeinde in einem kleinen Dorf auf der Ostalb. Er sei Seelsorger mit großem Engagement gewesen, berichtete seine Gemeinde damals. Zum Malen blieben ihm dadurch bis zu seiner Pensionierung 1995 nur die Nächte.
Große Kunst habe er nie schaffen wollen, betont Köder, der mit Vornamen eigentlich Siegfried heißt. Ihm sei es um handfeste Motive voller Geschichte und Geschichten gegangen. «Am leichtesten kann ich mit den Motiven Kinder in der Schule gewinnen. Je höher die akademischen Grade sind, desto weniger komme ich an. Ich predige mit Bildern», sagt der Malerpfarrer.
Genau das machen ihm Kritiker zum Vorwurf: Seine Bilder seien bloß Illustrationen biblischer Texte, keine eigenständigen Kunstwerke. Köder trifft dieser Vorwurf nicht. «Mir geht es nicht darum, mich als Künstler zu verwirklichen, sondern als Priester den Menschen die Bibel und den Glauben zu erschließen.»
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