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Dienstag, 03. Februar 2009 um 11:14 Uhr |
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Lissitzky, Küppers, Ude
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) lehnte am Montag erneut die Herausgabe des im Lenbachhaus hängenden Klee- Bildes von 1919 oder die Zahlung einer Entschädigung an die Erben der Kunstsammlerin Sophie Lissitzky-Küppers ab. Die «Sumpflegende» falle nicht unter das Washingtoner Abkommen von 1998 zur NS-Raubkunst, erklärte Ude. Für Werke der sogenannten «entarteten Kunst» gelte das Abkommen nicht.
Die auch von Deutschland unterzeichnete Erklärung sieht vor, dass in der NS-Zeit beschlagnahmte Kunstwerke identifiziert und auf einer «fairen und gerechten» Grundlage an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben werden.
Der Anwalt der Erben, Christoph von Berg, widersprach Ude. Es handele sich bei der «Sumpflegende» um einen NS-verfolgungsbedingten Verlust. Damit falle das Werk unter das Washingtoner Abkommen. Die Erben würden nun den Zivilrechtsweg in den USA prüfen.
Ude erklärte, das Bild sei 1962 erstmals wieder bei einer öffentlichen Versteigerung aufgetaucht. Seine Herkunft und Geschichte seien allgemein bekannt gewesen. Mehrmals habe das Werk den Besitzer gewechselt, bis die Stadt München es 1982 erworben habe, um es öffentlich auszustellen.
Sophie Lissitzky-Küppers hatte von ihrem 1922 verstorbenen Mann Paul Erich Küppers mit dessen Kunstsammlung auch die «Sumpflegende» geerbt. 1927 gab sie 13 Werke als Dauerleihgabe an das Provinzialmuseum in Hannover. Dort wurden die Bilder 1937 als «entartet» beschlagnahmt und später an einen Nazi-Kunsthändler verkauft. Lissitzky-Küppers starb 1978 in Sibirien, wohin sie 1941 verbannt worden war. Ihr Sohn Jen scheiterte 1993 mit einer Klage gegen die Stadt München auf Herausgabe des Bildes. Jetzt fordern zwei weitere Kinder von Lissitzky-Küppers das Gemälde ein.
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