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Mittwoch, 04. Februar 2009 um 10:47 Uhr |
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Kunst, Köhler, Künstlerbund Bei der Übernahme der Ehrenpräsidentschaft des Deutschen Künstlerbundes, die bisher Altbundespräsident Walter Scheel innehatte, meinte Köhler am Montag in Berlin, Kunst gehöre zum menschlichen Leben. Sie entspringe «einem grundlegenden Bedürfnis des Menschen, sich auch mit den Dingen zu befassen, die sich eben nicht mit dem Maßstab des Nutzbringenden messen lassen, dem Bedürfnis, sich auch mit den Dingen zu umgeben, die er einfach nur als schön empfindet».
Kunst existiere, «seitdem es menschliches Denken, seitdem es menschliches Bewusstsein gibt». Kunst gehöre also von jeher zum menschlichen Leben untrennbar dazu, sagte Köhler laut einem vorab verbreiteten Redetext in der Berliner Akademie der Künste. Es sei für ihn daher auch eine ehrenvolle Aufgabe, die Ehrenpräsidentschaft des Deutschen Künstlerbundes zu übernehmen, «weil Kunst für mich etwas ganz besonderes ist».
Das Staatsoberhaupt dankte Scheel für sein «langjähriges und vielseitiges Engagement um die Künste». Auch der Künstlerbund dankte Scheel für seine «beispielhafte Unterstützung der Freiheit der Kunst» in Deutschland. Der 89-jährige Altbundespräsident hat sich nach langen Jahren in Berlin inzwischen seinen Alterssitz in Bad Krozingen gewählt und war laut Köhler aus gesundheitlichen Gründen nicht zu der Festveranstaltung nach Berlin gekommen.
Köhler äußerte sich erfreut über die Pläne des Künstlerbundes, die früher traditionellen Jahresausstellungen wieder ins Leben zu rufen. «Ich fände es gut, wenn es...gelänge, an diese schöne Tradition anzuknüpfen.»
Der über 100-jährige Künstlerbund ist eine der ältesten und renommiertesten Künstlervereinigungen in Europa. Als Forum der Avantgarde wurde der Deutsche Künstlerbund 1903 in Weimar auf Initiative des Kunstförderers Harry Graf Kessler von Lovis Corinth, Max Liebermann, Max Slevogt und anderen ins Leben gerufen. Damit etablierte sich zum ersten Mal ein überregionaler Verband, der über die bis dahin bestehenden Künstler-«Secessionen» hinausging. Der Aufschwung und der Durchbruch der Moderne in Deutschland sind eng an die Geschichte des Deutschen Künstlerbundes geknüpft.
Heute hat sich der Künstlerbund unter anderem für ein zeitgemäßes Nutzungsrecht von Kunstwerken oder für eine Neuregelung der Künstlersozialversicherung eingesetzt. Außerdem wurde auf Anregung des damaligen Vorsitzenden Georg Meistermann die Kunstsammlung des Bundes gegründet. Derzeit gehören dem Künstlerbund rund 550 bildende Künstlerinnen und Künstler an.
(Internet: www.kuenstlerbund.de)
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