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Donnerstag, 05. Februar 2009 um 12:10 Uhr |
Farben, Formen, Malerei
Elf zeitgenössische Künstler treten mit ihren Arbeiten in einen Dialog mit den Werken alter Meister von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert. Sie nehmen Farben, Formen und Motive der Gemälde auf und erlauben sich teils witzige Kommentare zum gesamten Museumsbetrieb. Einer der wichtigsten deutschen Konzeptkünstler, Timm Ulrichs, tritt zum Beispiel als Museumsaufseher auf und realisiert damit ein Projekt, das er ursprünglich bereits Anfang der 1960er Jahre im Landesmuseum plante.
«Meine Bewerbung wurde damals abgelehnt. Es hieß, wir nehmen nur Kriegsversehrte und Arbeitslose», erzählte Ulrichs bei der Vorbesichtigung der Schau, die bis zum 26. April zu sehen ist. Der 68-Jährige zieht an fünf Tagen die Uniform der Museumswärter an und hat auch einen eigenen Spind zugewiesen bekommen. Nur mit einem Arbeitsvertrag als Aufpasser habe es nicht geklappt, bedauert Ulrichs, der sich vor rund 50 Jahren zum «ersten lebenden Kunstwerk» erklärte.
Die Berlinerin Sonja Alhäuser greift in ihrer Installation eindrucksvoll die opulenten Motive der niederländischen Genre- und Stillleben-Malerei auf. Ein Gemälde aus dem frühen 17. Jahrhundert mit einem aufgeschlitzten Hirschen führt sie in aquarellierten Zeichnungen auf einem Tischoval weiter. Es geht um Gaumenfreuden und Schmerz, Werden und Vergehen. Aus Butter formte sie zudem die Skulptur eines kräftigen kleinen Mannes, der in einem beleuchteten Kühlkäfig von engelsähnlichen Wesen umschwärmt wird.
Das Spektrum der aktuellen Kunst reicht von Videoarbeiten über Malerei bis hin zu Installationen und Performances. Lothar Götz greift die Formen und Farben der italienischen Renaissancemalerei auf, Alexander Steig und Rebekka Brunke setzen sich mit Caspar David Friedrichs Tageszeitenzyklus auseinander. Einen wegen eines Wasserschadens ungenutzten Kabinetts hat Rolf Bier mit Decken zu einer Schlafstätte umfunktioniert.
(Internet: www.landesmuseum-hannover.de)
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