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Montag, 09. Februar 2009 um 07:23 Uhr |
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Grieshaber, Künstler, Holzschnitt
Der Künstler HAP Grieshaber engagierte sich gegen Unterdrückung und Diktatur. Er trat für Menschenrechte und den Erhalt der Natur ein. In zahlreichen seiner Werke befasste sich der Künstler mit diesen Themen. Am 15. Februar wäre Helmut Andreas Paul (HAP) Grieshaber 100 Jahre alt geworden.
Grieshaber setzte sich seit 1932 mit der mittelalterlichen Holzschnitttechnik auseinander. Sie wurde früh zu seinem wichtigsten Medium. Unter den Nationalsozialisten war der Künstler vom Ausstellungsverbot betroffen. Seine Arbeiten konnte er nur in getarnten Ausstellungen zeigen. In dieser Zeit verdiente Grieshaber sein Geld als Hilfsarbeiter und Zeitungsausträger. 1940 wurde er Soldat und geriet 1945 in belgische Kriegsgefangenschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erneuerte Grieshaber den Holzschnitt in Deutschland rundum und entwickelte ihn zum eigenständigen monumentalen Wandbild. Erst 1947 im Gartenhaus auf der Achalm begann Grieshabers eigentliche Existenz als Meister der Holzschnitte. Seine Arbeiten sind nicht nur in zahlreichen Museen, sondern auch an Kirchen zu sehen. Dabei variierte er Landschaften der Schwäbischen Alb, Liebespaare, Tiere, religiöse und mythologische Themen im politischen, sozialen und ökologischen Kontext.
Als Grieshabers Hauptwerk gilt der «Totentanz von Basel». Als einen «Strauß verschiedenartiger Leiden: sie lebten, sie litten, sie starben» beschrieb der Künstler die Holzschnitte. Die 40 farbigen Motive stammen aus den 60er Jahren. Deren Entwürfe tauchten ein Jahr nach dem Tod des Künstlers 1982 im Nachlass auf.
Einige von Grieshabers Arbeiten erinnern an die Flugblätter des Spätmittelalters. Aufrufe und Meinungsmache in prägnanter Form, mit denen Grieshaber nicht nur den Kunstkenner ansprechen wollte. «Die Menschen zu erreichen, das interessierte ihn, inspirierte ihn. Um die, die ohnehin schon da waren, musste man sich nicht viel kümmern», beschrieb die Nachlassverwalterin Margot Fürst den Künstler einst.
Der in Rot an der Rot (Kreis Biberach) geborene Künstler lebte lange Zeit am Fuße der Schwäbischen Alb im Raum Reutlingen. Er lernte zunächst Schriftsetzer und studierte an der Staatlichen Buchgewerbeschule in Stuttgart Kalligraphie. Nach dem Studium verbrachte er viel Zeit im Ausland - etwa in Ägypten. Während eines sechsmonatigen Aufenthaltes in London war er als Illustrator und Buchgraphiker für die «Vogue» tätig.
Grieshabers Vorbilder waren zunächst die frühen Bauhaus-Künstler, vor allem Lyonel Feininger und Paul Klee. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren für ihn Künstler wie Marc Chagall, Max Beckmann oder Pablo Picasso wichtige Bezugspunkte. Grieshaber arbeitete eng mit Künstlern der DDR zusammen. Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Internationalen Komitees der Biennale der Ostseestaaten in Rostock. Seine Werke wurden bei mehreren Ausstellungen gezeigt und in einige öffentliche Sammlungen aufgenommen.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wirkte Grieshaber auch immer wieder an politischen Zeitschriften mit wie an der «Deutschen Zeitung» in Athen und in den 60er Jahren an «Labyrinth» und «Engel der Geschichte». Er lehrte zwischen 1955 und 1960 an der Karlsruher Akademie und 1956 auch an der Akademie der Künste in Berlin. Zu seinen Schülern zählten Horst Antes und Dieter Krieg.
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