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Mittwoch, 11. Februar 2009 um 18:19 Uhr |
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Akademie, Pirgelis, Heckflosse
Die Koreanerin Hyojin Jeong hat unter diesem ungewöhnlichen Titel feine, kleine Zeichnungen in der Atelier-Ecke zu einer Lebensgeschichte komponiert: «Ein Kunde hat seinen Bademantel vergessen» heißt ein Blatt, ein anderes «Fußreflexzonen» und auf einer Serviette steht das Rezept für «Mai-Thai-Cocktail». Zu sehen ist die Arbeit der jungen Künstlerin aus Korea bis zum 15. Februar beim traditionellen «Rundgang» an der Kunstakademie Düsseldorf.
Die jährliche Leistungsschau zum Semesterende lockt Jahr für Jahr rund 30 000 Kunstfans in die Ateliers und Klassen der Hochschule, an der so namhafte Professoren wie Tony Cragg, Rosemarie Trockel, Peter Doig und der scheidende Akademie-Rektor und «Malerfürst» Markus Lüpertz unterrichten.
Mit dabei ist auch Michail Pirgelis mit einem seiner monumentalen Flugzeug-Objekten. Quer im Raum hat er die zehn Meter lange Heckflosse eines Airbus platziert. Als Leihgabe aus dem Ersatzteillager des Flugzeugbauers in Hamburg wird sie dorthin zurückkehren ein Vorgang, der dem technischen «Fertigteil» auf Dauer eine Aura verleihen wird, meint Pirgelis: «Es ist doch ein interessanter Gedanke, in einem Flugzeug zu sitzen und zu überlegen, ob dessen Heckflosse mal das Kunstwerk war.»
Neben aufdringlichen Werken im Trash-Trend stößt der Besucher beim Streifzug durch die Akademie auch auf ganz stille Arbeiten. Eine stammt von Roshni Grunenberg, die längliche Flusskiesel zu einem Relief arrangiert hat. Linda Nadji arbeitet ausrangierte Alltagsdinge wie Briefumschläge zu Wandbehängen um und Erika Wakayama hat unterschiedlich löchrige Socken auf der Wäscheleine fotografiert.
Von Daniel Struzyna sind genähte «Organismen» zu sehen, die wie quietschfidele Farbkleckse an der Wand hängen, Vanessa von Wendt malt dionysische Stillleben in großzügigem Gestus und Heiko Räpple präsentiert geheimnisvoll geschlitzte, gequetschte und gespaltene Betonreliefs.
Frischer Wind weht durch die Fotoklasse der Akademie, an der einst heutige Weltstars wie Ruff, Gursky oder Höfer studiert haben. Die Neubesetzung des Lehrstuhls mit dem US-Amerikaner Christopher Williams hat - wie ein Student sagt für «begeisterte Aufbruchstimmung» gesorgt. Dies ist der Präsentation wohltuend anzumerken, obwohl sich der Einfluss des aus der konzeptuellen Fotografie kommenden Lehrers sichtbar niederschlägt. So bieten die 25 Fotostudenten auf einer Pinnwand den Besuchern ein erzählerisch- assoziatives Miteinander aus Kinderzeichnungen, Zeitungsartikeln und Lexikoneinträgen.
(Internet: www.kunstakademie-duesseldorf.de)
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